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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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150 III. Abſchnitt.

die eigene Ausſaat wie für den Export. Nach darauf bezüglichen Verſuchen kann die Gerſte bis auf 700 getrocknet werden, ohne daß dabei ungünſtige Veränderungen in Bezug beſonders auf die Keimfähigkeit eintreten, vorausgeſetzt, daß die Temperatur⸗ ſteigerung langſam geſchieht, ſo daß die Körner in die höheren Wärmegrade ſchon faſt trocken gelangen; die Gerſte wird bei dieſer Temperatur faſt ganz waſſerfrei.(Bei naſſer Gerſte ge⸗ rinnt das Eiweiß und verkleiſtert die Stärke bei 65 75° C.) Ein derartiges künſtliches Trocknen, das in mehrweniger primi⸗ tiver Weiſe auch bei uns bisweilen zur Anwendung kommt, würde ſich gewiß in einer geeigneteren Form verwerten laſſen, wenn es darauf ankommt, eine an ſich gute Braugerſte nicht nachträglich durch ungünſtiges Erntewetter verderben zu laſſen.

Die Erträge an Körnern und Stroh ſchwanken etwa inner⸗ halb folgender Grenzen pro Hektar:

Hektoliter Kilogramm Max. Min. Mittel] Max.Min.Mittel

Korn ſ 95 11 25 6650 770 1750 zweizeilige Gerſte 1 Stwoß V- 4860 1200 2200 Korn 32 10 18 1920 600 1080 vierzeilige Gerſte(Stroh 2000] 1000 1500

Es iſt bereits wiederholt hervorgehoben, daß für eine gute Brauwaare die größte Gleichmäßigkeit der Gerſte von höchſter Bedeutung iſt; gerade bei der Ernte iſt die beſte Gelegenheit, eine ſolche zu erzielen. Für die weitere Behandlung iſt es da⸗ her wichtig, Gerſten verſchiedener Varietäten und Herkunft, ſo wie ſolche, welche auf verſchiedenartigen Böden und unter der Einwirkung wechſelnder Witterung ꝛc. gewachſen ſind, Lagerfrucht mit nicht gelagerten u. ſ. w. nicht zu vermiſchen, ſonden getrennt zu halten, zu dreſchen, aufzubewahren und zum Verkauf zu bringen. Eine ausgezeichnete Qualität wird durch Vermiſchung mit geringeren Sorten wohl verſchlechtert, dagegen wird durch Zuſatz einer beſſern Ware zu einer geringern keine Verbeſſerung der letzteren erzielt, denn es iſt nicht zu vergeſſen, daß die Ver⸗