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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Ernte und Aufbewahrung. 149

und die Gerſte noch auf dem Halme dem Verderben ausgeſetzt ſein kann. Ebenſo iſt nach dem Schneiden regenfreies Wetter not⸗ wendig, damit die Körner ſchon auf dem Felde gut und gleich⸗ mäßig trocknen können. Daß durch Beregnen und Auswachſen die Qualität erheblich verſchlechtert werden kann, iſt ſchon früher hervorgehoben. Man hat daher unter Berückſichtigung der wechſelnden Witterung jedenfalls ein Verfahren einzuſchlagen, welches das ſchnelle Trocknen befördert und auch eintretenden Falles genügenden Schutz gegen Näſſe und andere ungünſtige Einwirkungen bietet. Das längere Liegenlaſſen der Gerſte in Schwaden iſt daher die unſicherſte und ungeeignetſte Methode; man läßt ſie ſo höchſtens ſo lange liegen, als zum oberfläch⸗ lichen Abwelken nötig iſt. Bei unſicherer Witterung kann man, wenn es die Beſchaffenheit des Strohs geſtattet, das Getreide auch ſofort in Garben binden und aufſtellen. Als beſonders geeignet für feuchte Gegenden hat ſich das Aufſtellen der Garben in Puppen oder ſog. Hutmandeln bewährt, welche ſicheres Trocknen und Schutz vor Regen geſtatten und auch ein etwaiges Nachreifen beſſer ermöglichen. Iſt die Gerſte ſehr kurzhalmig, ſo ſind dieſe Formen ſchwieriger herzuſtellen, und man kann dafür beſſer das Aufſtellen der Garben in dachförmig gegen einander geneigten Zeilen oder Stiegen wählen. Bei dem Trocknen kommt es zunächſt darauf an, die Gerſte von einem großen Teil des in ihr noch enthaltenen Waſſers zu befreien und ſie in den lufttrocknen Zuſtand überzuführen. In feucht eingebrachter Gerſte ſtellen ſich ſehr bald Pilze verſchiedener Art ein, welche Zerſetzung, dumpfigen Geruch ꝛc. zur Folge haben. In Schweden, Norwegen und Finnland, wo die Getreideernte in Folge der feuchten und kalten Witterung oft ſehr verſpätet und dem Verderben ausgeſetzt iſt, werden nach Al. Müller ¹) vielfach eigene Trockenhäuſer aufgeführt, in denen das Getreide bei gewöhnlicher Temperatur oder mittelſt Durchräucherung bei höheren Wärmegraden getrocknet wird, und zwar ſowohl für

¹) Landw. Verſuchsſtationen 1860, S. 207.