148 III. Abſchnitt.
nehmen, d. h. dann, wenn die Frucht ſo konſiſtent geworden iſt und durch Verdunſtung ſoviel Waſſer verloren hat, daß ſie, über den Nagel gebogen, nicht mehr bricht. Ein weiteres Warten, bis zur ſog. Todreife, iſt kaum erforderlich und auch deswegen nicht zu empfehlen, weil dann infolge der leichten Loslöſung der Körner aus den Ähren ſehr leicht beträchtliche Verluſte eintreten können, denen gegenüber eine noch geringe qualitative Verbeſſerung, die durch den weiteren Reifegrad be⸗ dingt ſein könnte, ſchwerlich in Betracht kommen kann. Eine Mitteilung von Jörgenſen illuſtriert dieſe Verhältniſſe— Durchſchnittswerte von ca. 15 jährigen Verſuchen— in folgender Weiſe. Von je 100 Körnern, die in Beeten 2,6 em tief aus⸗ geſäet wurden, betrug, je nach dem Reifeſtadium, in dem ſie ge⸗ erntet waren, die Keimfähigkeit und das Erntegewicht bei zwei⸗ zeiliger Gerſte:
Jaßl ſrlo . der ge⸗ geſäeten Reifeſtadium der ausgeſäeten Körner. keimten Körnern 4 wurden Körner geerntet pCt. kg 1. Stroh und Ähre ganz grün, Korn nicht fertig gebildet, grün, weich, milchig............ 37,1 410 2. Stroh und Ähre fangen an gelblich zu werden, Korn ausgebildet, doch noch grün und Weich..... 58,7 660 3. Stroh gelbgrün, Ähre geblich, Korn gelb mit grünem Schimmer, noch weich u. zwiſchen den Fingern zerdrückbar 70,3 715 4. Stroh gelb mit ſchwach grüner Nüance, Körner gelb⸗ bräunlich, wachsweich.......... 75,0 750 5. Vollreif, Stroh und Ähre gelb, Körner hart und feſt 73,0 805
Von ganz hervorragender Bedeutung für die Qualität der Gerſte iſt die während der Erntezeit herrſchende Witterung. Je trockener dieſe iſt, deſto größer iſt, ganz abgeſehen von der da⸗ durch erleichterten Ausführung der Ernte ſelbſt, die Möglichkeit, daß die Eigenſchaften, welche die Gerſte ſich während ihrer Vegetationszeit hat aneignen können, ihr auch dauernd erhalten bleiben. Anhaltendes Regenwetter vor dem Schnitt verzögert die Ernte, ſo daß der günſtige Zeitpunkt dazu vorüberſtreicht


