Die Saat. 143
ſcheinung, die ihre Erklärung darin finden würde, daß bei zu weiter Entfernung der Reihen auf einem beſtimmten Raum die Geſamtmenge der erzeugten Trockenſubſtanz geringer ſein kann, als wenn die Pflanzen enger geſtanden hätten, ſo daß ſich im erſteren Falle der vorhandene Stickſtoff auf ein geringeres Erntequantum verteilt, wodurch dieſes daran prozentiſch reicher wird. Für gewöhnlich wird Gerſte nur auf 10—12 em ge⸗ drillt; bei den Anbauverſuchen von Märcker und Heine wird dagegen eine Drillweite von mindeſtens 18 cm angewendet, eine Entfernung, welche ein Behacken der Gerſte mit der Hand oder der Maſchine geſtattet.— Entſprechend der größeren oder ge⸗ ringeren Reihenentfernung variiert nun auch das Ausſaatquan⸗ tum, das um ſo geringer zu wählen iſt, je günſtigere Wachs⸗ tumsbedingungen vorhanden ſind und je weiter die Entfernung der Reihen genommen iſt— und umgekehrt.
Wollny':) giebt als Extreme der Ausſaatmenge für zwei⸗ und vierzeilige Sommergerſte auf den Hektar an
kg hl 1) bei Breitſaat 150— 200 2,38— 3,17 2) bei Drillſaat 130— 170 2,07— 2,70 bei einer Reihenentfernung von 10 bis 20 cm.
Märcker“2) nimmt durchſchnittlich als normal ein Ausſaat⸗ quantum von 100 kg pro ha und eine Drillweite von 18 bis 21 cm an. Jaedenfalls iſt ſchon von vornherein das Ausſaat⸗ quantum ſo zu bemeſſen, daß man zur Erzielung eines genügend dichten Beſtandes nicht auf eine ſtarke Beſtockung zu rechnen braucht. Im erſtern Falle wachſen die Pflanzen und iſt die Ernte viel gleichmäßiger, während bei dünnem Stande die Be⸗ ſtockung zwar ſtärker, die Entwicklung der ſekundären Schöß⸗ linge aber ungleicher iſt.
1) a. a. O., S. 30. ²) Magdeburger Zeitung 1886, Nr. 513, cit. in Biedermanns Central⸗ blatt, 1886, S. 756 f.


