Die Saat. 141
— Aufnahme von Sauerſtoff und Abgabe von Kohlenſäure— ungehindert vor ſich gehen kann. Je weiter die Samen unter der Bodenoberfläche liegen, deſto mehr iſt der Zutritt der atmoſphäriſchen Luft erſchwert, beſonders bei kompakten, bindigen und naſſen Böden; für dieſe iſt alſo ein ſeichteres Unterbringen ganz beſonders erforderlich. Ferner müſſen die Keimpflanzen, ſo lange ſie ſich noch innerhalb des Bodens befinden, auf Koſten der in ihnen aufgeſpeicherten Reſerveſtoffe leben und wachſen. Erſt wenn die jungen Blätter die Erdoberfläche durchbrochen haben und unter dem Einfluß des Lichtes ergrünt ſind, können ſie ſich ſelbſtändig ernähren. Sind die Körner ungenügend entwickelt und iſt die Menge der Reſerveſtoffe gering, ſo können ſie bei zu großer Saattiefe nicht ausreichen, um der Pflanze bis zum Austritt an die Atmoſphäre genügendes Material zum Wachstum zu liefern; dieſelbe muß alſo ſchon vorher zu Grunde gehen, während ſich umgekehrt die Pflanzen um ſo kräftiger entwickeln können, je weniger Reſerveſtoffe ſie verbraucht haben, bis ſie die Erdoberfläche erreichten. Es ergiebt ſich auch hieraus wieder, wie wichtig die möglichſte Gleichmäßigkeit bei der Ausſaat ſowohl in Bezug auf die Saattiefe wie auf das Saatgut ſelbſt iſt; Unregelmäßigkeiten dabei können ſich noch bis zur Ernte durch oft erhebliche Verringerung derſelben(bis 50%) bemerkbar machen.
Wie ſehr die Tiefe der Ausſat auf die Entwicklung und den Ertrag der Pflanzen von Einfluß iſt, geht aus folgendem von Ugazy angeſtellten Verſuche mit Sommergerſte hervor. ¹)
Tiefe der Die Pflanzenſ Von je 300 ausgeſäten Körnern Gewicht der ge⸗ Unterbringung. nnache ch leſtſaan keimten und ge⸗ wurden Halme u. ernteten Körner em in Tagen langten zur Reife ÄAhren erzeugt. g 0 22 12 76 59,00 2,63 14 288 390 290,50 5,26 19 198 224 180,25 7,89 22 64 98 88,02 10,52 24 6 16 18,55 13,15 26 1 2 1,05
¹) Mitgeteilt von Wollny, Zeitſchr. f. d. geſ. Brauweſen, 1886, S. 32.


