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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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140 III. Abſchnitt.

Von weſentlichem Intereſſe iſt eine allerdings noch allein⸗ ſtehende Angabe von Johannſen ¹), wonach die Saatzeit von Einfluß auf den Stickſtoffgehalt der Gerſte ſein ſoll. Bei früher Ausſaat erhielt er die relativ ſtickſtoffärmſten, bei ſpäter die ſtickſtoffreichſten Ernten, wie aus folgender Zuſammenſtellung erſichtlich iſt. Der prozentiſche Gehalt an Stickſtoff betrug:

Ausſaatzeit: 18. März 30. März 12. April 23. April 4. Mai Lerchenborg⸗Gerſte 148 1,47 1,52 1,55 1,69 Engliſche Gerſte 1,42 1,44 1,53 1,58 1,87

Dieſe Erſcheinung würde mit dem früher erwähnten Ver⸗ halten der Stickſtoffaufnahme vollkommen in Einklang ſtehen, inſofern bei ſpäterer Ausſaat geringere Mengen von Trocken⸗ ſubſtanz erzeugt werden, die aufgenommenen Stickſtoffverbin⸗ dungen der Düngung nicht genügend verarbeitet werden können, und dadurch eine relative Steigerung im Stickſtoffgehalt der Ernte eintreten muß.

Ebenſo verdient eine von Haberlandt gemachte Angabe Erwähnung, wonach das Spelzengewicht um ſo höher ausfallen ſoll, je ſpäter die Ausſaat erfolgt.

Von der richtig gewählten Tiefe der Unterbringung der Körner hängt ſehr viel bezüglich ihrer Weiterentwickelung ab.Es exiſtiert, ſagt Wollny darüber, eine gewiſſe Breite in der Saattiefe, innerhalb welcher nach Bodenbeſchaffenheit, Witterung und Klima bei den einzelnen Pflanzenarten und Varietäten die zweckmäßigſte Tieflage des Saatgutes zu bemeſſen iſt. Dieſe Grenzen ſind mehr oder weniger eng gezogen, liegen aber innerhalb verhältnismäßig geringer Bodentiefen, d. h. die ſeichteren Saaten liefern im Allgemeinen die größte Zahl von Pflanzen.

Für die Keimung iſt eine genügende Durchlüftung des Bodens erforderlich, damit der dabei ſtattfindende Gaswechſel

¹) Cit. in Biedermanns Zentralblatt 1888, S. 553.

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