138 III. Abſchnitt.
gekeimten Körnern, die aber wieder ausgetrocknet und in ihrer Vegetationskraft geſchwächt ſind. Die Gefahr eines ungleich⸗ mäßigen Beſtandes iſt hier beſonders nahe gerückt.
Die Wahl der richtigen Saatzeit iſt von weit⸗ gehendem Einfluß auf die Produktionsfähigkeit. Man iſt dabei zwar weſentlich von Klima und Witterung abhängig, allein aus verſchiedenen Gründen empfiehlt es ſich, die Ausſaat ſo frühzeitig wie möglich vorzunehmen.„Es ſind weder Gewohnheiten noch ſonſtige wirtſchaftliche Gründe, welche in der praktiſchen Land⸗ wirtſchaft die Saatzeit für die verſchiedenen Kulturgewächſe auf beſtimmte Zeiten fixiert haben, ſondern es iſt der Zwang der Verhältniſſe, in welchen die Pflanzen zu den kosmiſchen Agentien ſtehen.“(Hellriegel). Für die anfängliche Entwicklung der Gerſte iſt ein gewiſſer Waſſervorrat notwendig; die Winter⸗ feuchtigkeit des Bodens wird daher um ſo beſſer zur Geltung kommen, je früher die Saat in denſelben gelangt. Immerhin müſſen dabei die oberen Erdſchichten ſoweit abgetrocknet ſein, daß die Luft ungehindert in demſelben zirkulieren kann, da die Samen ſonſt in Folge der zu großen Feuchtigkeit ſtatt zu keimen in Fäulnis übergehen; naſſe Frühjahre können deshalb die Beſtellung ſehr erſchweren.
Was die Wärmeverhältniſſe angeht, ſo iſt ſchon früher hervorgehoben worden, daß die Gerſte zwar ſchon bei 3— 4°(C. zu keimen beginntv; doch iſt die Weiterentwicklung bei dieſer Temperatur noch ſehr gehemmt. Die Körner liegen zu⸗ meiſt unthätig in der Erde und ſind vielen Gefahren, durch Fäulnis, Inſekten- und Mäuſefraß ausgeſetzt. Man nimmt daher die Saat der Gerſte zweckmäßig dann vor, wenn die mittlere Tagestemperatur 5— 9° C. in trocknen und milden Lagen, 9— 12 in rauheren Gegenden erreicht hat, alſo je nach den klimatiſchen Verhältniſſen Mitte März bis Ende April. Der Boden enthält dann gewöhnlich noch hinreichende Mengen von Feuchtigkeit. Bei kühlerer Temperatur der Luft entwickeln ſich zuerſt die Wurzeln, was für ſpäter, wenn größere Wärme ein⸗ tritt, von günſtigem Einfluß auf die Ausbildung der oberirdiſchen


