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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Die Saat. 135

ſchon Erwähntes verwieſen werden; am beſten wird man natür⸗ lich mit ſolchen Sorten fahren, welche als gute Braugerſten be⸗ kannt ſind und von denen die Erfahrung gelehrt hat, daß ſie dieſe Eigenſchaften auch unter weniger günſtigen äußeren Ver⸗ hältniſſen nicht ſo leicht verlieren. Bei andern Sorten können die Erträge unter günſtigen Umſtänden wohl beſſere ſein, allein dafür iſt auch die Gefahr des ſchnellen Entartens bei ihnen unter ungeeigneten Verhältniſſen größer und jedenfalls ein öfter wiederholter Saatwechſel notwendig.

Dasſelbe gilt für andere der Eigenſchaften, welche von der Braugerſte verlangt werden, und ihre Vererbung von Saatgut auf die Ernte iſt in den meiſten Fällen von den betreffenden Kultur⸗ und Witterungsverhältniſſen abhängig. Namentlich ver⸗ dient bemerkt zu werden, daß die„Mehligkeit“ der Ernte zu der des Saatgutes in gar keiner Beziehung zu ſtehen braucht; ſo giebt Märcker bei ſeinen Anbauverſuchen ¹) den Prozentgehalt an glaſigen Körnern folgendermaßen an:

1886 1887 Saatgut Nachzucht Saatgut Nachzucht von Trotha'ſche Gerſte 41 16,1 15 44,1 Saalegerſte 73 18,9 7 41,3 Beſtehorns Diamantgerſte 66 16,4 6 45,4 Heine's verbeſſerte Hallet's Chevaliergerſte 13 12,7 32 48,9

Das Verhältnis hatte ſich demnach in den beiden Jahren vollſtändig umgekehrt.

Dasſelbe Reſultat erhielt Rimpau-Schlanſtedt, der in einem Falle bei der Ausſaat rein mehliger Körner eine faſt durchweg glaſige Ernte erzielte.

Um bezüglich der Veränderungen, welche die Gerſte, die von ein und demſelben Saatgut gezogen worden iſt, innerhalb eines Jahres unter verſchiedenen Verhältniſſen erleiden kann, einige Beiſpiele anzuführen, ſo fand v. Liebenberg“) bei einigen An⸗ bauverſuchen folgendes:

¹) Gerſtenanbauverſuche ꝛc., Magdeb. Zeitung 1887, Nr. 499. f. 2) Biedermann's Centralblatt 1887, S. 735.