Die Keimung. 29
Teil 12 Stunden lang in deſtillirtem Waſſer in gewöhnlicher Weiſe bei Zimmertemperatur(20 CU) eingeweicht, ein anderer mit Waſſer von 52 ½0 behandelt worden war. Im erſten Fall begann die Keimung nach 48 Stunden, im anderen erſt nach 60. Im weiteren Verlauf waren gekeimt von 100 Körnern:
nach 3 4 5 7 Tagen gewöhnliche Gerſte 75— 87 93 94— bei 52 ½°) erwärmt 11 44 49 53
In einem andern Falle keimten von der bis 52 ½° er⸗ wärmten Gerſte nach 6 Tagen in Sand erſt 61 pCt. in hu⸗ moſem Boden nur 35 pEt,, in einer dritten betrug die Zahl der gekeimten Pflanzen, obgleich die Erwärmung nur während 5 Minuten auf 52 ¼° gehalten worden war(vgl. die Anmerkung) im Sande 50, im Boden 47 pCt.
In der Praxis der Malzbereitung wird das Weichen im All⸗ gemeinen bei niedrigeren Temperaturen vorgenommen, ſo daß bis zu ſeiner Beendigung längere Zeit notwendig iſt. Im Sommer werden unter günſtigen Umſtänden 36—40 Stunden für ge⸗ nügend erachtet; im Winter kann es ſich bis auf 4—6 Tage ausdehnen.— Zu berückſichtigen iſt dabei auch noch die Struktur des Gerſtenkorns ſelbſt, inſofern dünnſchalige Körner das Waſſer ſchneller aufnehmen, als dickſpelzige, kleine Körner ſchneller als große ꝛc. Ebenſo muß bei Körnern, welche ſchon an ſich einen hohen Waſſergehalt beſitzen(friſche Gerſte), das Weichen früher beendet ſein. Man ſieht daraus, wie ſehr nach allen Seiten hin die Verhältniſſe berückſichtigt werden müſſen, um ein Über⸗ weichen und damit eine Schädigung der Gerſte zu vermeiden. Bei zu geringem Weichen läßt ſich nachträglich durch Beſprengen der Gerſte auf der Malztenne— ſog. Nachweichen— nach— helfen; bei überweichtem,„ertrunkenem oder erſäuftem“ Getreide ſind alle Verſuche, den Schaden wieder gut zu machen, vergebens.
Durch die Waſſeraufnahme ſteigt das Gewicht des Kornes um durchſchnittlich 45 pCt.; nach R. Hoffmann können 100 Gewichtsteile Gerſte 48,2 Gewichtsteile Waſſer bis zu voll⸗


