Die Keimung. 27
in der Erde zur Produktion von Pflanzen nur von unterge⸗ ordneter Bedeutung iſt, ſo daß es alſo fortwährender Beauf⸗ ſichtigung zur Regelung des Vorganges bedarf.
Man verſchafft der Gerſte daher zunächſt die zum Keimen notwendige Menge Waſſer, indem man ſie einfach mit einer größeren Menge deſſelben zuſammen bringt und ihr eine Zeit lang Gelegenheit giebt, daſſelbe in ſich aufzunehmen— das Quellen oder Weichen. Auch bei dieſer Procedur machen ſich ſchon die beiden anderen Keimfaktoren geltend, inſofern die Aufnahme des Waſſers durch das Gerſtenkorn um ſo ſchneller ſtattfindet, je höher die Temperatur iſt; während des Weichens iſt aber dem Korne die Gelegenheit, Sauerſtoff aufzunehmen, faſt völlig abgeſchnitten, ſo daß, wenn daſſelbe über Gebühr ausgedehnt wird, die Intenſität des Keimprozeſſes und die Keim⸗ fähigkeit erheblich geſchädigt werden können.
Unterſuchungen von Hermanauz zeigen dies in deut⸗ licher Weiſe. ¹)
Es betrug z. B. bei 120C. bei einer Quelldauer von 12 24 36 60 156
die Keimdauer ²) 33 30 40 60 72
Bei 15C.: bei einer Quelldauer von 0 24 48 124 144 192 240 264 Std. die Keimdauer 26 13 25 38 39 60 120 144„
Die Keimfähigkeit wurde in folgender Weiſe beeinflußt:
Bei 120C.: Quelldauer 12 30 60 132 204 236 348 Std. Keimfähigkeit 98,4 97,8 90,4 82,2 75,6 54,8 23,4 pCt.
Bei den genannten Temperaturen darf daher eine Quell⸗ dauer von 24 Stunden nicht überſchritten werden, ohne daß die Keimkraft und die Keimfähigkeit erheblich leiden. Bei höheren
252 348 Stunden 104 1
5 04 138 3
¹) Phyſiologiſche Unterſuchungen über die Keimung des Gerſtenkorns, Inaug. Diſſert.
²) D. h. die Zeit nach beendigter Quellung bis zum Eintritt des Keimens.


