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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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26 I. Abſchnitt.

zogen werden, wenn es ſich z. B. darum handelt, zu beſtimmen, ob die Gerſte ausgewachſen geweſen iſt. In dieſem Falle können die Körner noch ſehr gut Keimvorgänge zeigen, obwohl, wie wir ſpäter ſehen werden, dadurch der Wert derſelben im Übrigen ſehr herabgemindert ſein kann; man findet dann aber im durchſchnittenen Korn die Wurzel- und ev. auch ſchon die Knospenanlagen geſtreckt oder in anderer Weiſe verändert, von Hohlräumen durchſetzt ꝛc., zum Beweiſe, daß die Keimung ſchon früher zum Teil eingeleitet war und dadurch Subſtanzverluſte eingetreten ſind.

AÄußere Bedingungen der Keimung. Das ausge⸗ reifte Gerſtenkorn befindet ſich, wie die Samen überhaupt, in einem Ruhezuſtande, um für die Keimung und das Wachstum ungünſtige Verhältniſſe eine gewiſſe Zeit lang zu überdauern, und ſpäter, wenn geeignete Vegetationsbedingungen eintreten, zu neuem Leben zu erwachen. Zu dieſen letzteren gehören Waſſer, Sauerſtoff und eine beſtimmte Temperatur. Licht iſt für den Keimungsvorgang zum mindeſten entbehrlich; daß es für ge⸗ wiſſe Samenarten einen befördernden Einfluß auf die Keimung haben ſoll, iſt nicht genügend bewieſen; in den meiſten Fällen wirkt das Licht ſogar hemmend anf den Keimungsvorgang ein.

Auch das lufttrockene Gerſtenkorn enthält gewiſſe Meugen Waſſer; allein dieſelben reichen nicht hin, um den Keimprozeß einzuleiten. Vollſtändig unterdrückt iſt indeſſen auch im luft⸗ trockenen Korne die Lebensthätigkeit nicht, es finden ſchwache Atmungsvorgänge ſtatt, welche ſich mit der Zeit durch Sub⸗ ſtanzverluſt und Gewichtsverminderung auch äußerlich kenntlich machen.

In der Natur findet das Gerſtenkorn die zur Keimung nötigen Vorbedingungen im Frühjahre in der feuchten, aufge⸗ lockerten Erde. Die Bereitung von Malz findet zu allen Jahreszeiten ſtatt, und es bedarf daher künſtlicher Einrichtungen, um ſie einzuleiten, um ſo mehr, als man hier die Erreichung eines Zieles im Auge hat, welches bei der natürlichen Keimung