18 I. Abſchnitt.
Je trockener die Gerſte iſt, deſto beſſer läßt ſie ſich ohne Nachteil aufbewahren; waſſerreiche Gerſte iſt der Gefahr des Auftretens von Pilzwucherungen, verbunden mit Dumpfigwerden, weit eher ausgeſetzt; die Keimfähigkeit geht viel ſchneller zu Grunde bei Gerſte mit hohem Waſſergehalt, als wenn derſelbe ſo gering als möglich iſt. Bei waſſerreicher, friſcher Gerſte iſt beim Einquellen die Möglichkeit, überweicht zu werden, viel größer, und beſonders, wenn der Gehalt an Waſſer ein ſehr ungleicher iſt, kann bei dieſer Gelegenheit ein nicht unbeträcht⸗ licher Verluſt entſtehen.
Endlich iſt auch auf die rein pekuniäre Seite hinzuweiſen. Je größer die vorhandene Waſſermenge in der Gerſte iſt, deſto geringer iſt die Menge der Trockenſubſtanz; letztere iſt aber allein von Wert; bei einem hohen Gehalt an Feuchtigkeit wird daher, wenn dieſe nicht in Rechnung gezogen wird, ein großer Teil von vollſtändig nutzloſem Waſſer als nutzbare Trocken⸗ ſubſtanz bezahlt, und dadurch eine Benachteiligung des Kon⸗ ſumenten herbeigeführt.
Auch das Volumen der Gerſte wird durch Aufnahme von verhältnismäßig geringen Waſſermengen nicht unbeträchtlich ver⸗ größert. Horkyn) ſchüttelte lufttrockene Gerſte während 24 Stunden wiederholt mit verſchiedenen Waſſermengen und ſtellte dabei folgende Veränderungen feſt:
mit Gewichts⸗pCt. Waſſer Zunahme in pECt. des urſprüngl. Volum's. 5 8,3 10 16,6 15 31,0.
Das Beſprengen der Gerſte mit Waſſer wird daher in be⸗ trügeriſcher Abſicht zur Vermehrung des Gewichtes und Volumens derſelben nicht ſelten ausgeführt, ſo daß eine Waſſerbeſtimmung auch aus dieſem Grunde angezeigt iſt. Die Ausführung ge⸗
¹) In Haberlandt, wiſſenſch. prakt. Unterſuchungen, II. Bd., 1877, S. 38— 41.
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