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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Anatomiſcher Bau des Gerſtenkorns. 5

Zellen auch gewiſſe Fermente.¹) Stärkekörner enthalten dieſe Zellen niemals, und ſie unterſcheiden ſich dadurch ſcharf von dem angrenzenden Endoſperm, welches ſeinerſeits faſt den ganzen übrigen Raum des Kornes erfüllt, und der Stärke ent⸗ haltende Teil deſſelben iſt; in der Praxis wird es daher ge⸗ wöhnlich alsMehlkörper bezeichnet. Die Endoſpermzellen ſind prall mit Stärkekörnern angefüllt; gewöhnlich ſind die äußeren Zelllagen, welche an dieFettſchicht anſtoßen, etwas kleiner, ebenſo die in ihnen enthaltenen Stärkekörner; nach Innen zu wird die Größe beider beträchtlicher.

Die Stärke beſteht bei der Gerſte aus einfachen rundlichen Körnchen, deren Größe etwa zwiſchen folgenden Grenzen ſchwankts)

Häufigſte Werte.

Große Körner 0,0108 0,0328 mm, 0,0203 mm.

Kleine 0,0016 0,0064 0,0046 Außer den Stärkekörnern enthalten die Endoſpermzellen noch bedeutend kleinere Körnchen, das eigentliche Klebermehl(Aleuron⸗ oder Protein⸗Körner) ſowie geringe Reſte von Protoplasma. Die Unterſcheidung von Stärke⸗ und Proteinkörnern geſchieht bekanntlich durch Löſungen von Jod, durch welches je nach der Kon⸗ centration die letzteren gelb bis braun, die Stärke blau bis faſt ſchwarz gefärbt wird.

An dem untern Ende des Gerſtenkornes befindet ſich endlich, an der einen Seite gelagert, und vom Endoſperm teilweiſe um⸗ ſchloſſen, der Embryo, d. h. die Keimanlage für die junge Gerſtenpflanze, und damit der wichtigſte Teil des Kornes über⸗ haupt. Die übrigen, bis jetzt beſprochenen Bildungen ſind ent weder, wie die äußern Hüllen des Kornes, nur zum Schutze des Keimlings gegen ſchädliche äußere Einflüſſe, oder, wie das Endo⸗ ſperm, zur Aufſpeicherung von Reſerveſtoffen für ſeine erſte Ent⸗ wicklung vorhanden. Man unterſcheidet an dem Keimling außer dem ſog. Cotyledon oder Scutellum(Schildchen) und dem daran nach

¹) Tſchirch, Angewandte Pflanzenanatomie, S. 46. ²) Nach Wiesner.