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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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I. Abſchnitt.

Einleitung.

Von den zur Herſtellung von Bier notwendigen Roh⸗ materialien Gerſte, Hopfen, Waſſer finden nur die bei⸗ den letzteren direkte Verwendung, abgeſehen etwa von einigen Maßnahmen zu ihrer Konſervierung oder Reinigung, welche auf die Natur des Brauprozeſſes ſelbſt ohne weſentliche Bedeu⸗ tung ſind.

Anders mit der Gerſte; dieſelbe muß erſt einem umfäng lichen Umwandlungsprozeß unterworfen werden, ehe die in ihr enthaltenen Stoffe eine Form angenommen haben, welche ſie für die Herſtellung von Bier geeignet macht. Nach Beendigung dieſes Vorganges erhält das Produkt bekanntlich den Namen Malz.

Die Hauptaufgabe des Malzfabrikanten bezw. des Brauers, ſoweit ſich dieſer ſein Malz ſelbſt darſtellt, beſteht darin, aus einer gegebenen Gerſte nicht nur eine möglichſt große Ausbeute an Malz zu erzielen, ſondern daſſelbe auch in möglichſter Güte und Vollkommenheit zu erhalten, denn davon wird der Wert und die Güte des weiterhin daraus zu erzeugenden Bieres ab⸗ hängen. Für die Erreichung dieſes Zweckes ſind maßgebend erſtens die Beſchaffenheit des Rohmaterials ſelbſt, zweitens aber auch die Art und Weiſe der Behandlung und Bearbeitung des⸗ ſelben: die verſchiedenen Prozeduren, welche die Gerſte durchzu⸗ machen hat, bis ſie in Malz umgemandelt iſt, das Weichen, Keimen, Darren ꝛc. Die dabei herrſchenden Temperaturen und andere Umſtände ſind nicht ohne weſentlichen Einfluß auf den

Karakter des Malzes. Im Rohmaterial, der unvermälzten Gerſte, Heine, Braugerſte. 1