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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
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Fünfzehntes Kapitel. Druſch und Ertrag. 199

man am beſten dieſe Methode: Man thut das Korn mit der Schaufel in ein gewöhnliches Halbhektoliter-Gemäß, indem man ſich hütet das Gemäß zu rütteln. Das Einſchütten des Kornes muß möglichſt nach der Mitte des Halbhektoliters zu geſchehen, indem man die Schaufel ungefähr 10 cm über dem Gemäße hält; man entfernt den Überſchuß von Korn, indem man ein einziges Mal mit einem walzenförmigen Holze oder dem Schaufelſtiel über die Oberfläche des Halbhektoliters ſtreicht.*)

Folgende Zahlen fand Reiſet bei einer Anzahl von Weizen⸗ ſorten für die Dichtigkeit, das Litergewicht, den Gehalt an Waſſer und an Stickſtoff:

(Siehe Tabelle Seite 200.)

Bei den Weizenſorten, welche Reiſet unterſuchte, ſchwankte alſo das Hektolitergewicht, welches erſcheinbares Gewicht nennt, zwiſchen 73,6 und 81,5 kg; der Durchſchnitt betrug 78,41 kg.

Auf dem Gute Trappes bei Verſailles ernteten Dailly Vater und Sohn im Durchſchnitt pro Hektar:

(Siehe Tabelle Seite 201.)

Die ſtärkſte Kornernte(39,58 hl) wurde 1840 gemacht; die ſchwächſte(16,74 hl) 1871 nach dem verhängnisvollen Winter, wo es unmöglich war, die Beſtellung gut zu verrichten.

*)(Anm. d. Überſ.) Dieſe Methode, das Volumengewicht des Weizens zu beſtimmen, ſetzt immer eine ganz gleichmäßig an⸗ gewandte Geſchicklichkeit des Arbeiters voraus, wenn ſie zu einigermaßen genauen vergleichbaren Zahlen führen ſoll; neuer⸗ dings ſind kleine leicht zu handhabende Vorrichtungen konſtruiert, durch welche das Volumengewicht viel genauer und einfacher be⸗ ſtimmt werden kann. Profeſſor Maercker in Halle a. S. be⸗ nutzt z. B. zu dieſem Zwecke eine Wage von L. Schopper in Leipzig.

Ubrigens bietet das Bolnmenndeücht nur einen ſehr ſchwachen Anhalt zur Beurteilung des Weizens inbezug auf ſeinen Wert für den Müller und Bäcker.