Fünfzehntes Kapitel. Druſch und Ertrag. 195
Das Gewicht des Strohes ſchwankt vom doppelten bis zum dreifachen Gewichte der Körner; man erhält alſo auf 1000 kg Korn 2000 bis 3000 kg Stroh. In ganz ungewöhnlichen Fällen kann das Strohgewicht das Vierfache vom Korngewicht erreichen, dies ſind aber Unglücksfälle, denn ſie treten nur ein, wenn es außerordentlich wenig Korn giebt, und namentlich wenn das Getreide lagerte. Wie Heuzé nachgewieſen hat, iſt das Gewicht des Strohes im Durchſchnitt um ſo geringer im Ver⸗ hältnis zum Korngewicht, je größer die geerntete Kornmenge iſt. Er hat folgende Reihenfolge aufgeſtellt:
Ertrag an Hektolitern Gewicht pro Hektar Stroh auf
pro Hektar Korn Stroh 100 kg Korn 16 1,248 3,600 288 20 1,500 4,000 256 25 1,950 4,500 230 30 2,340 5.000 210 35 2,730 5,500 201
Man könnte dieſe Tabelle durch die Ertragsmengen ver⸗ vollſtändigen, welche Joulie auf einigen Gütern der Brie für Ernten von über 35 hl pro Hektar ermittelt hat:
Wenn es auch noch Verhältniſſe geben mag, unter denen der Flegeldruſch mit dem Maſchinendruſch bei anderen Getreide⸗ arten konkurrieren kann, ſo wird der Maſchinendruſch durchaus notwendig bei den neueren ertragreicheren Weizenſorten, welche meiſt ſo feſt in den Spelzen ſitzen, daß ſie durch Dreſchflegel nicht rein vom Strohe zu trennen ſind. Der bedeutend reinere Druſch iſt daher beim Vergleiche der Koſten des Handdruſches mit denen des Maſchinendruſches bei allen Früchten, ganz beſonders aber beim Weizen zu berückſichtigen.
In der Heimat des Referenten benutzen jetzt ſelbſt die
kleinſten Bauern die maſſenhaft angebotenen Miets⸗Dampf⸗
dreſchmaſchinen zum Druſch ihres Getreides, obgleich ſie im
ſtande wären, dasſelbe eigenhändig mit dem Flegel zu dreſchen,
da ſie den bedeutend reineren Druſch der Maſchine würdigen. 13*


