194 Fünfzehntes Kapitel. Druſch und Ertrag.
weniger als einem Monat hat er ſeine Ernte von 65 ha zum Verkauf bereit. Die Dreſchmaſchine für Großbetrieb von Albaret zu Liancourt, welche durch eine 5⸗ bis 6 pferdige Dampfmaſchine betrieben wird, leiſtet beinahe dieſelbe Arbeit.
Für kleine Wirtſchaften giebt es Handdreſchmaſchinen oder einpferdige Göpelmaſchinen, welche nur 150 bis 180 Frk. koſten und den Flegel vorteilhaft erſetzen können. Die Landwirte können ſich übrigens auch in jeder Gemeinde zum Ankauf einer großen Maſchine vereinigen, mit welcher jeder nach einer vorgeſchriebenen
Reihenfolge ſeine Ernte ausdriſcht. In den Dörfern, wo eine
hinreichende Waſſerkraft vorhanden iſt, muß man ſich dieſelbe zum Betriebe der Maſchine nutzbar machen. Es wird übrigens nicht mehr lange dauern, bis man die Kraft der Waſſerfälle in Elektrizität umſetzt und ſie dadurch auf die benachbarten Güter überträgt.— Wenn die Güter zerſtreut liegen, ſo bringen be⸗ ſondere Unternehmer ihre Lokomobilen von einem zum andern, um das Getreide zum Preiſe von 40 bis 60 Cent. pro Hektoliter zu dreſchen.*)
*)(Anm. d. Überſ.) Die vom Verf. angeführten Preiſe für Maſchinendruſch können ſich wohl nur auf die Koſten der Maſchinenbenutzung, nicht aber auf die Geſamtkoſten des Druſches einſchließlich aller Tagelöhne beziehen.— Die angeführte Leiſtung von 12 000 kg pro Tag iſt gering und wohl nur dadurch zu erklären, daß in Frankreich ſchwächere Maſchinen als bei uns gebräuchlich ſind. Ich habe während und kurz nach der Ernte 1886 mit meiner 10 pferdigen Lokomobile in 16 Arbeitstagen einſchließlich der Zeit für Umſetzen der Maſchine durchſchnittlich 17786 kg Weizen pro Tag gedroſchen. Einzelne Tageleiſtungen von über 20 000 kg ſind bei uns nichts Ungewöhnliches. Die Vermieter von Dreſchmaſchinen nehmen bei uns jetzt 3% des Erdruſches, wobei ſie den Maſchiniſten und den Einleger der Garben ſtellen. Bei einer Leiſtung von 17 500 kg(ca. 233 hl) und einem Preiſe von 160 M pro 1000 kg würde dies alſo 36 Pfg. = 45 Cent. pro Hektoliter betragen.


