Fünfzehntes Kapitel. Druſch und Ertrag.
Fünfzehntes Kapitel. Druſch und Ertrag.
Die auf den altägyptiſchen Denkmälern eingravierten Figuren ſtellen das Austreten des Weizens dar; dasſelbe geſchah durch Ochſen, welche auf der mit Garben bedeckten Dreſchtenne in wohl⸗ geordneten Reihen umherſchritten. Dieſes Verfahren iſt in einigen Gegenden Südfrankreichs noch in Gebrauch. Man verwendet dazu bald Pferde, bald Ochſen. Nach Angabe von Jaubert de Paſſa können 24 Pferde und 15 Männer in einem Tage 5200 Garben à 7 ½ kg Gewicht ausreiten. Nach Heuzé kommt der gedroſchene Hektoliter auf 2 Frk. zu ſtehen und es verbleiben viele Bauſten(noch eingehüllte Körner).
handen, daß die geringe Entwertung, welche das zum Zudecken der Diemen verwandte Stroh als Einſtreu in den Ställen er⸗ leidet, kaum in Betracht kommen kann.— Man wird daher namentlich in den Wirtſchaften, wo man in der Lage iſt, einen Teil des Getreides während oder gleich nach der Ernte mit Dampfkraft zu dreſchen, ſtets am billigſten verfahren, wenn man einen großen Teil des Getreides in Diemen ſetzt.— In der Provinz Sachſen decken wir die Diemen jetzt meiſt in der Weiſe zu, daß 6 bis S ſich nach oben verjüngende Schichten gebundenes Stroh von der Dreſchmaſchine herangefahren und dicht gepackt auf das Getreide gelegt werden. So zugedeckte Diemen haben ſich bei mir trotz anhaltenden Schnees und langer Regenperioden ſtets vortrefflich ſelbſt bis zum Frühjahr gehalten. Die während oder gleich nach der Ernte zu dreſchenden Diemen werden nur mit 2 Schichten Stroh bedeckt.— Das Getreide ſelbſt muß aber bei dieſem Verfahren ſenkrecht an allen Seiten hochgepackt und darf nicht dachförmig eingezogen werden; die oberſte Ge— treideſchicht, auf welche das Stroh kommt, muß nach der Peri⸗ pherie zu etwas Gefälle haben, und die einzelnen Strohſchichten müſſen von außen begonnen und in der Mitte der Diemen be⸗ endet werden, ſo daß jede Reihe von Strohbunden etwas über
die vorhergehende hinweggreift.


