Vierzehntes Kapitel. Reife und Ernte. 191
um einen Lohn zu verdienen, der ihnen nicht mehr ſo unent— behrlich iſt wie früher. Ein Pferderechen macht im Durchſchnitt dieſelbe Arbeit wie 7 oder 8 Frauenzimmer. Eine der beſten Konſtruktionen iſt die von Howard; er iſt in den letzten Jahren derart vervollkommnet, daß ein Mann zu ſeiner Führung genügt, welcher auf der Maſchine ſitzt und den Mechanismus der Zinken mit dem Fuße in Gang ſetzt.
In einem Teile von Frankreich, beſonders in den nördlichen und weſtlichen Departements, wo man den meiſten Weizen baut, beſteht noch die Gewohnheit, ihn nach der Ernte in Diemen zu legen, welche man aufbewahrt bis man zum Dreſchen Zeit hat. Damit die Mäuſe nicht zu viel Schaden thun, iſt es zweckmäßig, die Diemen auf Geſtellen von leichten eiſernen Schienen mit champignonförmigen Füßen zu legen. Aber es iſt koſtſpielig, ſolche Diemen zu bauen, und namentlich ſie zu decken. Fievet zu Masny im Departement de Nord nimmt an, daß ſolche Diemen auf 75 Centimen pro Hektoliter Weizen zu ſtehen kommen, und daß außerdem 1 bis 1,25 Frk. am Stroh verloren geht (? der Überſ.); er zieht Schuppen mit feſter Ziegel⸗ oder Schiefer⸗ bedachung vor. Aber bei einer neunjährigen Pachtperiode kann ein Pächter ſolche Schuppen nicht auf eigene Koſten bauen und iſt genötigt, jährlich eine größere Summe zu verausgaben oder zu verlieren als die Zinſen des für einen ſolchen Bau nötigen Kapitals. Der Beſitzer müßte dieſe Anlage machen, oder dem Pächter deren Wiederabnahme bei Ablauf der Pacht garantieren.*)
*)(Anm. d. Überſ.) Für derartige Getreideſchuppen, deren Herſtellungskoſten weſentlich von der Leichtigkeit der Holzkon⸗ ſtruktion abhängen, ſind jedenfalls die bei uns für dieſen Zweck ſtets verwandten Pappdächer vorzuziehen.— Übrigens ſind die Verluſte beim Diemenſetzen, auch ohne Anwendung der ſehr koſt⸗ ſpieligen Eiſengeſtelle, welche der Verf. erwähnt, ſehr gering, wenn man mit dem Strohverbrauch für die Diemenunterlage und für die Bedeckung nicht ſparſam zu ſein braucht, und in den meiſten Weizengegenden iſt ja das Stroh ſo reichlich vor⸗
———


