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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
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Vierzehntes Kapitel. Reife und Ernte. 179

Stoffe beendet. Selbſt wenn man ſie in Puppen(Moyettes) ſetzt, bleiben ſie kleiner als die anderen und man verliert ſowohl an Quantität wie an Qualität der Ernte.

Um zum Verbrauch beſtimmte Marktware zu gewinnen, muß man den Weizen mähen, wenn die Körner gelb geworden ſind, ſich aber noch leicht über dem Nagel zerbrechen laſſen. In dieſem Zuſtande beſitzen die Körner ſchon ihre Keimfähigkeit, aber ſie können dieſelbe leicht verlieren, falls ſie ſich auf dem Kornſpeicher erwärmen. Dieſes Riſiko iſt um ſo kleiner, je weniger Waſſer die Körner enthalten; man thut daher wohl, das zu Saatgut beſtimmte Korn etwas reifer werden zu laſſen.*)

Damit dieſe allmähliche Umbildung des Kornes ſich voll⸗ ſtändig vollziehen kann, iſt Trockenheit und Wärme nötig, aber keine übertriebene. Wenn nach der Blüte einige ſehr heiße Tage mit trockenen Winden eintreten, ſo wird die normale Wan⸗ derung der Stoffe nach dem Korne zu plötzlich angehalten und die Entwickelung des Kornes unterbrochen; es kann ſich nicht mehr ernähren, es bleibt klein und leicht; es„verſchrumpft“, wie man ſagt.

Wie wir im V. Kapitel dargelegt haben, ſind gewiſſe Weizen⸗ varietäten dieſer Gefahr ſtärker ausgeſetzt als andere, und die nämlichen Varietäten, welche gewohnt ſind, unter dem nebligen Klima an den Küſten des atlantiſchen Oceans und Englands zu reifen, leiden von der ſommerlichen Trocknis, wenn man ſie in den öſtlichen Gegenden anzubauen verſucht. Man kann aber unter ſonſt gleichen Umſtänden das Verſchrumpfen ebenſo wie das Lagern bis zu einem gewiſſen Grade verhüten, indem man dieſe übermäßig üppige Entwickelung, welche die Reife verzögert, verhindert. Zu dieſem Zwecke muß man die Anwendung von

*)(Anm. d. Überſ.) Die Gefahr, welche der Verf. be⸗ fürchtet, liegt nicht vor, wenn man die Körner in den Garben auf dem Felde gehörig austrocknen läßt; ich ſehe daher nicht ein, weshalb man das zu Saatgut beſtimmte Getreide ſpäter ſchneiden ſoll.

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