Wärme und Licht. 11
Der Weizen von Toskana.. 105 Tage, Der Wiktoria⸗Weizenn 97„ Der Landweizen... 90„
Umgekehrt hat nach den Beobachtungen von Tiſſerand Weizen, deſſen Samen von Norwegen kam, auf dem Gute Joinville⸗le⸗Pont bei Paris 29 Tage früher gereift als der Märzweizen aus der Umgegend von Paris. Aber nach und nach hat ſich dieſer Vorſprung verringert; der Norwegiſche Weizen hat, indem er ſich akklimatiſierte, den Entwicklungsgang von dem aus der Umgegend von Paris angenommen.
Unter den hohen Breitengraden Norwegens ſind die Sommer⸗ tage viel länger als in Frankreich, und infolge deſſen bildet jeder Tag der Vegetation, wie Tiſſerand ſagt, eine größere Anzahl von Arbeitsſtunden. Indem er dieſe Zahl der Ar⸗ beitsſtunden mit der Durchſchnittstemperatur multiplizierte, hat er für den Sommerweizen gefunden:
29 900 in Elſaß unter 48 ½ Breitengraden,
29 815 in Rambouillet, 48 ½ 27 643 in Chriſtiania„ 59,9 26 848 in Bodö„ 67 26 600 in Skibolten„ 70„
„Man muß alſo annehmen,“ fügt unſer gelehrter Gewährs⸗ mann hinzu,„daß die in den hohen Breitengraden angebauten Pflanzen mit einer bedeutend größeren Vegetations⸗Thätigkeit begabt ſind als die der ſüdlichen Länder, daß ſie die Sonnen⸗ wärme beſſer ausnutzen, daß ſie eine energiſchere Aſſimilations⸗ kraft haben, daß ſie, mit einem Worte, mehr Nutzeffekt liefern.“*)
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*)(Anm. d. Überſ.) Um dieſe Behauptung zu begründen, müßte meines Erachtens nachgewieſen werden, daß die Getreide⸗ ſorten nordiſchen Urſprungs bei ihrer kürzeren Vegetationszeit ebenſo hohe oder noch höhere Ernten liefern als andere länger vegetierende Sorten. Dies iſt meines Wiſſens gewöhnlich nicht der Fall.— In einer Gegend, wo die klimatiſchen Verhältniſſe (beſonders die Regenverteilung) das normale Ausreifen ſpät


