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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
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8 Erſtes Kapitel. Das Klima.

lation. Wenn die Blüte einmal vorhanden iſt, arbeitet die Pflanze, welche bis dahin ihre Reſerveſtoffe vorbereitet hatte, daran, die⸗ ſelben noch zu vermehren, aber ſie arbeitet hauptſächlich, um ſie zur Entwicklung des Kornes zu verwenden. Es iſt daher mög⸗ lich, ſchon während der Blütezeit des Weizens annäherungsweiſe zu ſchätzen, welches der Endwert der bevorſtehenden Ernte ſein wird.

Eine zu große Trocknis des Bodens und eine zu ſtarke Hitze können die Stoffe, welche ſich im Halm angeſammelt haben, noch verhindern, ſich in der Ähre zu konzentrieren und das Korn zu ernähren; aber durch Vergleich der pro Hektar geernteten Weizenmenge mit der Summe von Lichtgraden, welche der Weizen bis zur Blütezeit empfing, hat Marie⸗-Davy nachgewieſen, daß die Ausgiebigkeit der Ernte im allgemeinen ziemlich genau der Ausgiebigkeit des Lichtes entſpricht.

Übrigens erfordern die verſchiedenen Weizen⸗Varietäten nicht alle dieſelben Mengen von Wärme und Licht.

treffenden Pflanze liegen, außer Betracht läßt, und daß die Berechnung annähernd ſtimmt, wenn man von Extremen abſieht; es würde aber ein Leichtes ſein, mit Hilfe von genügendem meteorologiſchen Beobachtungszahlen nachzuweiſen, zu welchen Trugſchlüſſen eine ſolche Berechnung führen könnte. Schon die Durchſchnitts⸗Temperatur eines Tages kann je nach den ein⸗ zelnen Zahlen, aus welchen der Durchſchnitt gezogen iſt, ganz verſchiedenen Wert für die Pflanze haben. Nehmen wir z. B. an, es würden täglich vier Beobachtungen gemacht; an dem einen Orte wären beobachtet:+ 4 ½,+ 5 ½,+ 6 ½,+ 7 ½; an dem anderen Orte hätte man zu denſelben Tageszeiten gefunden 1,+ 10,+ 14,+A 0. Das Tagesmittel beträgt an beiden Orten+ 6 und würde nach Annahme des Verf. eben genügen, ein ſchwaches Wachstum der Weizenpflanze zu geſtatten. In Wirklichkeit würde aber jedenfalls an erſterem Orte ein kaum merkliches, am anderen Orte ein recht lebhaftes Wachstum ſtatt⸗ finden.