Druckschrift 
Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6 Erſtes Kapitel. Das Klima.

der Knoten, welche nahe an der Bodenoberfläche geblieben ſind, um Wurzeln und Beſtockung zu bilden, je nach den meteoro⸗ logiſchen Bedingungen des Jahres, ſich allmählich am Halme des Weizens 7 bis 11, im Mittel 9 Blätter entwickeln. Jedes dieſer Blätter erfordert 90 bis 120 Temperaturgrade, das macht im ganzen 810 bis 10800° für dieſe blattreiche Vegetations⸗ periode des Weizens.

Wenn die Durchſchnitts⸗Temperatur 100 überſchreitet, mit Maximen von mehr als 150, ſo verlängert ſich der Weizen, die Blätter trennen ſich und breiten ſich über emander aus, indem ſie zwiſchen ſich am Halme mehr und mehr lange Zwiſchen⸗ räume laſſen: der Weizen ſchoßt.

Die Blätter ſind um ſo länger und breiter, je ausgiebiger die Beleuchtung iſt. Im freien Felde erreicht ihre Oberfläche im Durchſchnitt 76 bis 77 qem pro Halm. Sie betrug nur 41,5 qem bei Weizen, der in einem nur von der Süſſſeite be⸗ leuchteten Gewächshauſe vegetierte; dieſer Weizen hatte einen fruchtbaren Boden, reichlich Wärme und Waſſer, aber er empfing weniger Licht als der in der Großkultur. Die Blätter waren lang und dünn, alle befanden ſich auf derſelben Seite des Halmes, und dieſer Halm, zu ſchwach um ſich aufrecht zu erhalten, hatte ſich an ſeinem untern Teile gekrümmt; er bot alle Anzeichen des Etiolements dar, welche ihn im freien Felde hätten lagern laſſen; er hatte überdies gar keine Beſtockung.

Für die Ährenbildung und die Blüte ſind noch 200 bis 270° Wärme nötig; endlich für die Reife 780 bis 8400.

Kurz zuſammengefaßt ſind alſo nötig:

für den Aufgang.... 140 bis 160°, im Mittel 150 für die Blätterbildung.. 810 1080⁰ 9450 für Ährenbildung und Blüte 200 270 2350 für die Reife. 780 840, 810⁰

Zuſammen 1930 bis 2350°, im Mittel 2140 0)

*)(Anm. d. Überſ. Obgleich der Verf. im vorſtehenden ſelbſt auf das Unzuverläſſige dieſer Temperaturſummen⸗Berechnungen