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Der Weizenbau / von Eug. Risler. Übers. und mit Anmerk. vers. unter Berücksicht. deutscher Verhältnisse von W. Rimpau
Entstehung
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Wärme und Licht. 5

ſtrieren ſich auf einen Thermometer, welches dort angebracht iſt, in ſehr genauen Durchſchnitten, die um ſo höher ſind, je beträcht⸗ licher die Beleuchtung an der Oberfläche war, um ſo ſchwächer, je mehr Feuchtigkeit die Sonnenwärme zu verdampfen hatte. Es iſt daher nicht ohne Intereſſe, zu wiſſen, welches die Tem⸗ peraturſummen des Bodens auf 1 m Tiefe ſind, die der Vege⸗ tationszeit des Weizens entſprechen. Ich habe ſie in obiger Tabelle für acht Jahre, von 1868 bis 1876 verzeichnet. Das Mittel betrug 2307,2°. Die größeſte Summe wurde im Jahre 1868 69 erreicht, in welchem der Winter ſehr gelinde war.

Von dieſen 2134,5°, welche den Geſammt⸗Durchſchnitt bilden, waren 140 bis 160 nötig für das Aufgehen des Weizens. Wenn die Feuchtigkeit genügend iſt, ſind 82 bis 850 für Weizen nötig, welcher mit nur einigen Millimetern Erde bedeckt iſt, und 10 bis 120 mehr für jeden Centimeter, um den er tiefer unter⸗ gebracht iſt. Sodann ſind, jenachdem die Tage länger oder kürzer und mehr oder weniger klar ſind, 90 bis 120 Wärme⸗ grade zur Bildung jedes neuen Blattes nötig. So ſind für den Noé⸗Weizen im Mai 6 bis 8 Tage für die Bildung eines Blattes nötig, das heißt 90 bis 120 Stunden Licht und Wärme über+ 60; in den ſeltenen und kurzen Tagen des Dezember und Januar, wo der Weizen Vegetation zeigt, würden 18 Tage, alſo 18 9 oder 162 Stunden Licht und Wärme nötig ſein. Dies beweiſt, daß in gleichen Zeitabſchnitten das Licht und die Wärme im Winter halb ſo viel Nutzeffekt für die Entwicklung des Weizens haben als im Frühjahr.

Die meiſten Schriftſteller, welche den Weizen beſchrieben haben, ſagen, daß er nur 4 oder 5 Blätter und ebenſoviel Kno⸗ ten, höchſtens 6 pro Halm habe. Wenn die ÄAhre reif oder nahe am Reifen iſt, ſind wirklich nur 4 oder 5 ſichtbare Blätter da, aber es ſind deren immer mehr dageweſen. Die erſten Blätter, welche im Winter oder im Frühjahr gebildet wurden, ſind ver⸗ fault oder vertrocknet und verſchwunden. Aufmerkſame und oft wiederholte Beobachtungen haben mir gezeigt, daß, je nach der Varietät, je nach der Fruchtbarkeit des Landes und der Zahl