Druckschrift 
Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Hirſe. 277

Boden. In landwirtſchaftlicher Beziehung hat die Hirſe das für ſich, daß ſie ſich zur Ausnutzung gewiſſer Bodenverhältniſſe vor⸗ züglich eignet. So giebt ſie namentlich ſehr hohe Erträge auf humoſem Neubruch und auf dem humusreichen Schlamm trocken gelegter Teiche. Sonſt liebt ſie den kräftigen, warmen, humoſen Sandboden, während ihr kalter, feuchter und ſchwerer Boden nicht zuſagt. Sie gedeiht in⸗ deſſen auch auf ziemlich bündigem Boden, wenn er nur eine warme und trockene Lage hat. Denn Wärme iſt bei dieſer Pflanze die erſte Bedingung.

Nächſtdem iſt es wichtig, daß ihr reines Land zuge⸗ wieſen wird, da ſie bei ihrem 43 anfänglich ſehr langſamen 6 Wachstum ungemein vom Un⸗ kraut leidet. Deshalb folgt ſie am beſten nach gedüngten Hack früchten, während friſche Stall⸗ miſtdüngung wegen der Be⸗ günſtigung des Unkrauts mög⸗ lichſt zu vermeiden iſt. Höchſtens iſt eine Düngung mit Rindvieh⸗ miſt im Herbſt zuläſſig.

Saatzeit. Wegen der Froſtgefahr darf die Hirſe erſt ſpät, Mitte und Ende Mai geſäet werden. Selbſt noch Ende Juni kann die Ausſaat Fhan Rarnals Rennthn der Sheetemm ſtattfinden, weil die Vegetations⸗ m der Mehlkörper, asp äußere, isp innere Blüten⸗ dauer der Pflanze nur kurz ſpelze. ws Wurzelſcheide mit Wurzelhaaren h.

;5 1 202 w Wurzel gleichfalls mit Wurzelhaaren hi. iſt. Immerhin iſt jene frühere b das Scheidenblatt, in dem das Hälmchen empor⸗

Saat vorzuziehen, weil ſie wächſt. Vergrößerung 2fach. ſchönere und reichlichere Früchte liefert.

Sorten. Was die Sorten betrifft, die man zum Anbau zu

wählen hat, ſo iſt zu bemerken, daß die Hirſe in drei Varietäten vor⸗ kommt, die als Flatterhirſe, Klumphirſe und Dickhirſe be zeichnet werden.

Die Dickhirſe mit zuſammengezogener und aufrechter Riſpe iſt für den Anbau ohne Bedeutung.

Die beiden übrigen Varietäten unterſcheiden ſich dadurch, daß bei der Flatterhirſe die Riſpe ausgebreitet, nach allen Seiten überhängend iſt, während die Klumphirſe eine zu ſammengezogene, nach einer Seite überhängende Riſpe beſitzt.

Bei beiden Varietäten giebt es Sorten mit grüner und brauner Riſpe, und die Farbe der Körner ändert zwiſchen weiß, hellgelb,

X

dunkelgelb, gelbbraun, dunkelbraun, rot, grau und ſchwarz. Die Farbe