Der Mais. 275
ſtätigung meiner Theſe: Bei einer Getreidepflanze, die Körner liefern ſoll, iſt die allzureichliche Beſtockung vom Ubel. Bei dem Mais hat ſich die Erfahrung ja geradezu für die Einhalmigkeit entſchieden).
Eine anderweitige beſondere Pflege beſteht in dem Entfahnen. Natürlich darf die Fahne, d. h. die männliche Riſpe, nicht bei allen Pflanzen entfernt werden, weil ſonſt keine Befruchtung ſtattfinden kann. Aber bei einer Reihe um die andere iſt das Entfahnen für den Körnerertrag nicht bloß unſchädlich, ſondern im Gegenteil förderlich, wie die folgenden auf der Verſuchsſtation Cornell in Nordamerika er⸗ mittelten Zahlen beweiſen.
Entfahnt Nicht entfahnt Gut entwickelte Kolben.... 2338 Stück 1551 Stück Schwach entwickelte Kolben... 855„ 698„ Leere Kolben...... 951„ 2566„ Kolben insgeſamt...... 4144„ 4745„ Gewicht der marktfähigen Körner. 489 kg 322 kg Gewicht der ſchmalen Körner.. 85„ 59„ Anzahl der Stengel..... 4228 Stück 4186 Stück Gewicht von 100 Stengeln... 36 kg 37 kg
Das Gewicht der marktfähigen Körner war bei den entfahnten
Pflanzen um etwas mehr als 50% größer, als bei den nicht ent— fahnten. 8— Das Entfahnen wird vorgenommen, ſobald die Riſpe ſichtbar, aber noch nicht ganz entfaltet iſt. Da die Riſpen nicht bei allen Pflanzen gleichzeitig zum Vorſchein kommen, ſo muß die Arbeit an den betreffenden Reihen drei⸗ bis viermal wiederholt werden, aber ſo zeitig, daß ſie vor Eintritt der Blüte beendigt iſt.
Während der Blüte darf nämlich der Mais in keiner Weiſe ge⸗ ſtört, das Feld während dieſer Zeit alſo gar nicht betreten werden.
Iſt das Blühen vorbei, ſo wird die Pflanze geköpft, d. h. die männliche Riſpe etwas oberhalb des oberſten Kolbens auch an den vorher nicht entfahnten Pflanzen fortgenommen. Die Gipfeltriebe ſowohl wie die ſchon früher beſeitigten Nebenſchößlinge ſind ein vor— treffliches Milchfutter.
Von pflanzlichen und tieriſchen Paraſiten hat der Mais im allgemeinen wenig zu leiden. Gegen den Mais⸗ oder Beulenbrand Ustilago Maydis, der nur vereinzelt auftritt, ſichert das Einweichen der Saatkörner in Kupfervitriol. Vergl. S. 186.
Ernte.— Der Zeitpunkt für die Ernte iſt gekommen, wenn die Deckblätter oder Lieſchen an den Maiskolben gelb und trocken und die Körner hart geworden ſind. Da die Körner nicht ausfallen, ſo wartet man die völlige Reife ab. Für den Fall, daß Frühfröſte das Aus⸗ reifen der Körner verhindern ſollten, empfiehlt Krafft, etwa 14 Tage vor der Ernte die Deckblätter aufzuſchlitzen und herabzubiegen, damit die am Stamme verbleibenden Kolben leichter austrocknen und die Körner erhärten können
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