274 Dritter Abſchnitt. Der Anbau des Getreides.
ebnete und unkrautreine Land wird mit dem Reihenzieher markiert. Entfernung der Reihen bei kleineren Sorten 60 cm, bei größeren Sorten 80 cm. Entfernung in den Reihen bei kleinen Sorten 25 bis 30 cm, bei großen Sorten 30— 40 cm. Will man die Pflanzen ins Quadrat ſtellen, was beim Mais eigentlich richtiger iſt und zugleich eine leichtere und vollkommenere Bearbeitung geſtattet, ſo markiert man das Land auf 50 oder 60 cm der Länge und der Quere nach. An jeden Kreuzpunkt werden 3—4 der beſten Körner mit einer Hand⸗ hacke gelegt und 4— 6 cm hoch mit Erde bedeckt. Einfach und zweck⸗ mäßig iſt es auch, mit dem Abſatz des Stiefels ein Loch zu machen, die Körner hineinzulegen und mit der Fußſpitze zuzuſcharren. ¹)
Der Grünfuttermais wird erſt im Mai entweder breitwürfig mit der Hand, oder beſſer mit der Drillmaſchine in Reihen von 50 bis 60 cm Entfernung geſäet. Durch das Drillen erzielt man im Vergleich zum Dibbeln eine größere und namentlich auch beſſere, weniger grobſtengelige Futtermaſſe. Bei noch engeren Drillreihen iſt die gewöhnliche Pferdehacke nicht gut anwendbar.
Saatquantum bei Körnermais und Dibbelſaat 0,2— 0,3 hl pro Hektar; dagegen bei Grünfuttermais und Drillſaat 1,0 bis 1,5 hl pro Hektar.
Bei dem Grünfuttermais beſchränkt ſich die Pflege auf ein einmaliges oder zweimaliges Behacken.
Bei dem Körnermais dagegen erfordert die Pflege mehr Arbeit und Sorgfalt.
Sobald der Mais aufgegangen, wird er zum erſten Mal behackt, um das Unkraut zu zerſtören und die Kruſte zu brechen. Die Krähen ſind um dieſe Zeit arg hinter ihm her, und es lohnt ſich, ſie durch Abſchießen zu verjagen und einige der getöteten Tiere auf die Fläche verteilt an Stangen aufzuhängen.
Iſt der Mais handhoch, ſo wird er vereinzelt, ſo daß auf jeder Pflanzſtelle höchſtens zwei kräftige Pflanzen ſtehen bleiben.
Hierauf folgt ein zweites und drittes Hacken, wie bei den Zucker⸗ rüben; bei dem dritten Hacken wird die Erde auch etwas an die Pflanzen herangeſchafft, ohne daß ein eigentliches Häufeln ſtattfindet. Das Häufeln geſchieht, wenn der Mais 40— 50 cm hoch iſt; man beeilt ſich, bis Anfang Juli damit fertig zu werden.
Eine beſondere und notwendige Pflege bei dem Körnermais be⸗ ſteht in dem Ausbrechen der Seitentriebe, damit der Hauptſtamm ſeine volle Kraft zur Ausbildung der Kolben verwenden kann.(Neue Be⸗
¹) Sehr einfach und eigentümlich iſt der Maisbau in den amerikaniſchen Urwäldern. Bouſſingault(Die Landwirtſchaft ꝛc.) berichtet darüber aus eigener Anſchauung. Die Wälder werden niedergehauen und verbrannt. Zwiſchen den Stöcken und verkohlten Baumſtämmen macht der Pflanzer mit einem Stachelſtocke nicht ſehr tiefe Löcher, wirft 2— 3 Maiskörner hinein und deckt ſie mit Aſche zu, indem er eine leichte Bewegung mit dem Fuße macht. Dann überläßt er die Saat ihrem Schickſal und kehrt erſt zur Ernte wieder zurück.


