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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Der Roggen. 251

Vorzug verdient. War dieſerWurm die Made der Heſſenfliege, wie ich aus der Angabe vermute, daß der gut aufgelaufene Roggen der erſten Saat nach einigen Tagen beinahe gänzlich verſchwand, ſo iſt zu erwidern, daß die Drillſaat wahrſcheinlich deshalb der Made zum Opfer fiel, weil hier die Pflanzen früher aufgegangen waren. Mir iſt ein halber Schlag von 40 Morgen breitwürfig geſäeter Stoppelroggen ebenſo vollſtändig durch die Made zerſtört worden, wie der verſuchsweiſe auf 2 Morgen mit der Hand in Reihen ge⸗ dibbelte. Gegen die Made der Heſſenfliege(vergl. S. 198) ſchützt alſo auch die Breitſaat nicht, und der angebliche Vorzug der Breit⸗ ſaat vor der Drillſaat iſt hinfällig.

Entfernung der Reihen: 12 em, wenn nicht gehackt werden ſoll; im andern Fall 18 21 cm.

Tiefe der Unterbringung: 2 em für gewöhnlich.Der Roggen will den Himmel ſehen. Bei leichtem, trockenem Boden 3 5 cm; auf ſehr leichtem Sand höchſtens 6 cm.

Saatquantum. 2,0 2,6, im Mittel 2,2 hl bei Breitſaat pro Hektar,

1,4 2,0, im Mittel 1,6 hl bei Drillſaat.

Nur bei ſehr früh beſtelltem Staudenroggen darf man mit dem Saatquantum unter das angegebene Minimum herabgehen. Vor⸗ ſtehende Zahlen gelten für Winterroggen. Sommerroggen ſäet man etwas ſtärker.

Pflege. Unter Hinweis auf das S. 177 Geſagte, heben wir hier nur folgende Punkte hervor.

Das Eggen im Frühjahr iſt auf leichterem Boden zu vermeiden. Dagegen iſt das Walzen, namentlich auf aufziehendem Boden, ſehr vorteilhaft. Bei Drillſaat wird gehackt.

Das Überdüngen der Saat im Frühjahr mit Chileſalpeter(50 bis 70 kg pro Hektar) iſt zwar ſehr wirkſam, erfordert bei dem Roggen aber beſondere Vorſicht. Holdefleiß hatwiederholt dieſe Folge der Erſcheinungen: Kopfdüngung mit Chileſalpeter Kruſtenbildung Auftreten von Eiſenoxydul Schädigung der Roggenpflanzen eintreten ſehen, wenn zur ſelben Zeit in der Nachbarſchaft der nicht mit Chileſalpeter gedüngte Acker geſund blieb. Um dieſer Gefahr vor⸗ zubeugen, kann man, wenn der Chileſalpeterdüngung anhaltende Trockenheit folgt, die Verſchließung des Ackers entweder durch Walzen oder durch vorſichtiges Eggen zu verhindern ſuchen. Ich folgere hieraus, daß man die Kopfdüngung mit Chileſalpeter nicht ſchon im März, wo es oft trocken, ſondern erſt im April vornehmen wird, wo man mit großer Wahrſcheinlichkeit auf feuchtes Wetter rechnen darf.

Schädliche Pflanzen und Tiere ſ. S. 179.

Ernte ſ. S. 125 und 205.

Ertrag. Im Preußiſchen Staat wird eine Mittel⸗ ernte an Roggen pro Hektar angenommen:

Im Durchſchnitt zu 1370 kg. Maximum 3024 Minimum 605