Der Roggen. 245
47 kg pro Hektoliter anzunehmen. Der Veſen giebt gegerbt 36 bis 45% reine Körner oder Kernen.
Der Strohertrag fällt gewöhnlich etwas geringer aus als beim Weizen, weil der Spelz meiſt auf geringerem und nicht ſo ſorgfältig zubereitetem Boden angebaut wird; auf gleichem Boden ſtellt ſich der Strohertrag gleich.
Der Emmer, Triticum amyleum.
Der Emmer wird mit Vorteil nur als Sommerung angebaut. Es giebt bei dieſer Art überhaupt keine winterfeſte Varietät oder Sorte. Bemerkenswert iſt ſeine Widerſtandsfähigkeit gegen das Lagern. Durch dieſe und ſeine ſonſtigen Eigenſchaften empfiehlt er ſich be⸗ ſonders für das rauhe und feuchte Gebirgsklima; doch wird ſein An⸗ bau wohl auf das Gebiet des Spelzes beſchränkt bleiben, wo die Mühlen mit einem Gerbgang verſehen ſind.—
Die beſten Sorten ſind der weißährige und der rotährige Emmer, beide mit kahlen, d. h. nicht ſamtartig behaarten Spelzen, beide aber begrannt, wie überhaupt alle Emmerſorten.
Im Anbau und auch im Ertrag kommt der Emmer mit dem Spelz ziemlich überein, nur das iſt verſchieden, daß die Ausſaat im Frühjahr geſchieht.
Das Einkorn, Triticum monococcum.
Das Einkorn wird mit Vorteil nur als Winterung angebaut. Sein Vorzug oder ſein Wert beruht auf der Anſpruchsloſigkeit an den Boden und auf der Widerſtandsfähigkeit gegen das Klima. Es iſt eine Gebirgspflanze. Das Ausſaatquantum beträgt bei breit⸗ würfiger Saat 3— 4 hl pro Hektar.
Der Roggen, Secale cereale.
Für die wilde Stammform des Roggens erklären einige Botaniker“) den Bergroggen(Secale montanum), der in Marokko, Südſpanien, am Atna, in Dalmatien, Serbien, Griechenland, Kleinaſien, Armenien, am Kaukaſus, in Kurdiſtan und in Centralaſien gefunden worden iſt. In Schugnan und Taſchkent ſind an paſſenden Stellen die Wieſen ſo dicht damit beſtanden, als ob er geſäet wäre; er wird dort als Vieh⸗ futter benutzt.
Secale montanum unterſcheidet ſich von Secale cereale„im weſentlichen nur durch die Zerbrechlichkeit der Spindel, durch die
¹) Vergl. Körnicke und Werner a. a. O. I, S. 124.


