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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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246 Dritter Abſchnitt. Der Anbau des Getreides.

kleinen eingeſchloſſenen Früchte und durch die lange Lebensdauer, in⸗ dem es viele Jahre hintereinander fruchtet.

Das genügt, um unſeren Roggen artlich von jenem wildwachſenden Graſe zu trennen, und trotz der unverkennbaren Verwandtſchaft beider Arten iſt der Sprung von der einen zur andern zu groß, als daß man die wilde Form ohne weiteres als die Stammform der kulti⸗ vierten betrachten könnte.

Seit dem Jahre 1890 iſt aber mit einer dritten Art eine

Zwiſchenform bekannt geworden, die im ſüdlichen Rußland vorkommt. Sie wird dort angebaut und als Körnerfrucht benutzt, unterſcheidet ſich aber von dem gewöhnlichen Kulturroggen dadurch, daß ſie nicht einjährig, ſondernmehrjächrig iſt. A. Regel hat dies zuerſt be⸗ hauptet und Batalin, ſein Nachfolger⸗ hat es angeblich beſtätigt an Pflanzen, die er durch Vermittlung von Kaldurow aus dem Gouvernement Stawropol erhielt.

Der Originalroggen, den A. Regel aus Petersburg an C. Schröter nach Zürich ſandte, wurde hier viermal aus⸗ geſäet mit wechſelndem Erfolg. 1. Aus⸗ ſaat November 1890: Die Pflanzen gingen zu Grunde. 2. Ausſaat Frühjahr 1891: Die meiſten Pflanzen gingen wieder zu Grunde. Etwa 10 Pflanzen blieben erhalten und brachten im Sommer 1892 einige AÄhren mit auffallend wenigen Früchten und vielen Mutterkörnern. An dieſen Pflanzen konſtatierte ich gemeinſchaftlich mit C. Schröter am 23. November 1892 Fig. 139. Keimling des Roggens, neue Stockausſchläge. Die kräftigſte deeie enss endit vier deulächen Pflanze, die ſicher ebenfalls, wenn auch Würzelchen. k dat Keimpflänzchen, nur ſpärlich Früchte getragen hatte, ² das Schilvchen. Vergr. 12 fach. verſetzte ich in meinen Garten, wo ſie

im Sommer 1893 ſiebzehn Ahren hervor⸗ brachte. Nach der Reife der durch künſtliche Nachhülfe erzeugten Körner(S. 111) ſtarb der Wurzelſtock ab. 3. Ausſaat Frühjahr 1893: Die Saat ging auf, aber wieder zu Grunde. Offenbar war der Boden verſeucht. Sobald die junge Saat ſproßte, fielen die in der Erde lauernden Paraſiten über ſie her und vernichteten ſie. Die alten, mehrjährigen Stöcke von Secale montanum, das unmittelbar daneben ſtand, wurden nicht angegriffen. Deshalb flüchtete ich mich mit der 4. Ausſaat im Frühjahr 1894 aus dem botaniſchen Garten in den Obſtgarten. Hier gedieh die Saat; ſie beſtockte ſich kräftig, ſchoßte aber im Sommer 1894 nicht. Im Sommer 1895 entwickelten ſich die Pflanzen gut bis zur Gelbreife, wo ich ſie abſchneiden ließ. Die Wurzelſtöcke ſtarben ſämtlich ab, ein neues Ausſchlagen erfolgte

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