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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Der Weizen. 243

Provinzen in der Oualität des Weizens den weſtlichen überlegen ſind; der kujawiſche oderbunte polniſche Weizen findet an der Berliner Börſe jederzeit willige Abnehmer.

Das Gewicht des Weizens pro Hektoliter beträgt 7173 kg bei leichter Ware, 7378 kg bei mittelſchwerer und 78 88 kg bei ſchwerer Ware.

Der Ertrag an Stroh wechſelt bei Winterweizen zwiſchen 1800 und 6000 kg, und bei Sommerweizen zwiſchen 1600 und 4000 kg pro Hektar.

Das Verhältnis des Körnerertrags zum Strohertrag ſchwankt bei Winterweizen zwiſchen 49:51 und 20:80, und bei Sommerweizen zwiſchen 52:48 und 27:73. Zieht man das Mittel und rundet man die Zahlen ab, ſo iſt das Verhältnis von Korn: Stroh bei Winter⸗ weizen 1:2, und bei Sommerweizen 2:3.

Der Spelz oder Dinkel, Triticum Spelta.

Der Hauptſitz des Spelzbaus iſt Württemberg und die Schweiz. Hier ſieht man dieſe in Norddeutſchland unbekannte oder wenigſtens ungebräuchliche Kornart immer noch häufig kultiviert, doch iſt ihr Anbau in den letzten Jahrzehnten zu gunſten des Weizens(und der Futter⸗ gewächſe) eingeſchränkt worden und wahrſcheinlich wird er mit der Zeit noch mehr zurückgehen, da der Spelz vor dem Weizen doch nur unter⸗ geordnete und lokale Vorzüge beſitzt.

Man findet in der Litteratur oft die Behauptung aufgeſtellt, daß der Spelz ſich nicht ſo leicht lagert wie der Weizen. Schwerz, der in Hohenheim die beſte Gelegenheit hatte, den Spelz mit dem Weizen zu vergleichen, will von dieſem angeblichen Vorzuge, den er nur für den Emmer anerkennt, in Bezug auf den Spelz durchaus nichts wiſſen; er ſagt:Die Gefahr, ſich zu lagern, iſt gegenteils beim Dinkel ſo ge⸗ wöhnlich, daß man ihn in der Regel alljährlich ſchröpft. Ich muß nun allerdings geſtehen, daß ich in der Schweiz öfter gelagerte Weizen⸗, als Spelzfelder geſehen habe. Aber dies kann zum Teil darin be⸗ gründet ſein, daß dem Spelz das magere, dem Weizen das fettere Land zugewieſen, und daß ferner der Veſen ſo nennt man die in den Spelzen ſteckende Saatfrucht bei der faſt allgemein üblichen Hand⸗ ſaat nicht ſo leicht überſäet wird, wie man denn auch gewöhnlich den Beſtand auf den Spelzfeldern weniger dicht findet, als auf den Weizen⸗ feldern. Immerhin iſt nicht in Abrede zu ſtellen, auch Schw erz giebt dies zu, daß der Spelz einſteifes Stroh hat. Andererſeits iſt es aber nicht im geringſten zweifelhaft, daß es unter den Nacktweizen und ſpeziell auch unter den gemeinen Weizen mehrere Sorten giebt, die es in Bezug auf die Widerſtandsfähigkeit gegen das Lagern völlig mit dem Spelz aufnehmen. Zum Beiſpiel: Dickkopfweizen.

Ungefähr ebenſo verhält es ſich mit der Widerſtandsfähigkeit gegen Roſt. Ich habe mehr als einmal den Weizen im höchſten Grade roſtig

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