2. Die Bewurzelung. 51
dem Falz des Schildchens gegen die Schale andringt, in der über⸗ wiegenden Mehrzahl der Fälle das Hervorbrechen an der geeigneten Stelle ermöglicht.
2. Die Bewurzelung.
Die keimende Getreidepflanze hat nichts Eiligeres zu thun, als ſich die Befeſtigung an dem Standort und die Zufuhr von Waſſer und Nahrung aus dem Boden zu ſichern.
Die größte Eile bethätigt hierbei das Hirſepflänzchen. Das wartet nämlich nicht, bis die Wurzel hervorgebrochen iſt, ſondern es
Fig. 40. Normale Keimung der Hirſe, Panicum Fig. 41. Normale Keimung der Gerſte, miliaceum, am achten Tage nach der Ausſaat. BHordeum distichum, am ſechſten Tage m der Mehlkörper, asp äußere, isp innere Blüten⸗ nach der Ausſaat. 6 Keimwurzeln. ſpelze. ws Wurzelſcheide mit Wurzelhaaren h. Graskeim am oberen Ende der Spelzen — w Wurzel gleichfalls mit Wurzelhaaren h— hervorgebrochen;(vergl. Fig. 32).
b das Scheidenblatt, in dem das Hälmchen empor⸗ Natürliche Größe.
wächſt. Vergrößerung 2fach.
ſorgt ſchon vorher für ſein Daſein, indem es aus der Wurzelſcheide einen förmlichen Buſch von Wurzelhaaren hervortreibt(Fig. 40 bei h). Es macht auf den erſten Blick den Eindruck, als ob dieſe Haare den Zweck haben, das auf der Oberfläche des Bodens keimende Körnchen feſtzuankern; ſie können dieſen Zweck erfüllen; doch dürfte ihre Haupt⸗ funktion darin beſtehen, die junge Pflanze ſo ſchnell wie möglich mit Waſſer zu verſorgen.
In der Hauptſache übernimmt bei allen Getreidearten die eigent⸗ liche Wurzel die Befeſtigung der Pflanze, ſowie auch die Entwicklung der Waſſer und Nahrung aufſaugenden Wurzelhaare.
Die Zahl der aus dem Keimling hervorbrechenden Wurzeln, die wir Keimwurzeln nennen, beträgt meiſt 1 bis 6. Bei unſeren
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