Druckschrift 
Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Einzelbild herunterladen

50 Zweiter Abſchnitt. Die Entwicklung der Getreidepflanze.

hat ſich, wie in Fig. 36, ſchleifenförmig nach außen gebogen, oder, wie in Fig. 37, in verzerrter Geſtalt hin⸗ und hergekrümmt.

Bei dem in Fig. 38 dargeſtellten Korn, das bei der Ausſaat auf die Rückenfläche zu liegen kam, iſt das Hälmchen unter der Schale vom Wurzelende bis zum andern Ende fort⸗, von hier im Bogen zu⸗ rück quer durch den Mehlkörper hindurchgewachſen und dann endlich als verkümmerter Schwächling hinausgelangt.

Noch merkwürdiger iſt der in Fig. 39 dargeſtellte Fall. Hier hat die Halmſpitze unter der Schale zuerſt einen vollſtändigen Schrauben⸗

Fig. 36. Fig. 37.

I

Fig. 38. Fig. 39.

Fig. 36 bis 39 verunglückte Keimungen des gemeinen Weizens, Triticum vulgare. Nach der Natur, aber zum Teil ſchematiſiert. Die betreffenden Körner wurden 20 Tage nach der Aus⸗ ſaat ausgegraben. Erklärung im Text.

gang zurückgelegt, ſich dann zum zweiten⸗ oder drittenmal durch den Mehlkörper hindurchgebohrt, um ſchließlich nach vielen vergeblichen Verſuchen am oberen Ende der Frucht hervorzubrechen.

Dieſe Beiſpiele zeigen, daß Bau und Beſchaffenheit der Frucht⸗ ſchale für die Keimung keineswegs gleichgültig ſind. Von beſonderer Bedeutung erſcheint die ſcharfe Einbiegung und feſte Einklemmung der Schale an dem gefalzten Rand des Schildchens(vergl. Fig, 17). Dadurch wird zweierlei erreicht. Erſtens wird das Schildchen, das dem Endoſperm nur loſe anliegt, feſtgehalten, und zweitens wird der Spitze des Hälmchens, die beim Beginn des Wachstums dicht neben

2

78