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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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48 Zweiter Abſchnitt. Die Entwicklung der Getreidepflanze.

Hervorbrechen zu ſichern, iſt der Rand des Schildchens(Fig. 17 bei X) gefalzt, und die innere Schicht i der Schale liegt dem Falz des Schildchens dicht und feſt an.

Was es für Folgen hat, wenn das Hälmchen bei x die Frucht ſchale nicht zu ſprengen vermag, zeigen die in Fig. 35 bis 39. ſtizzierten, mehr oder weniger verunglückten Keimungen des gemeinen Weizens, Triticum vulgare.

Bei dem in Fig. 35 dargeſtellten Weizenkorn iſt die Spitze des Hälmchens zwiſchen der äußeren und inneren Lage der Schale(Fig. 20

5 zwiſchen o und ch) fortgewachſen und

erſt am oberen Ende der Frucht nach

p=: 2 außen gelangt. Dieſe Art der Keimung, 5 die auch bei völlig reifen Weizenkörnern

se ziemlich häufig vorkommt, iſt nicht gerade

Fig. 32. Normale Keimung

Fig. 31. Normale Keimung Fig. 30. Normale Keimung der Gerſte, Hordeum dis-

des Maiſes, Zea Mays. W des Roggens, Secale cereale,

Hauptwurzel, noch ohne Wurzelhaare. ws Wurzel⸗ ſcheide. se Schildchen.

1 Lappen der Fruchtſchale p. b Blattknoſpe. der natür⸗

5 Tage nach der Ausſaat. Man.

ſieht 6 Wurzeln; 4 von ihnen ſind bereits mit Wurzelhaaren verſehen; die fünfte, etwa 3 mm lange, und die ſechſte, etwa 1 mm

tichum, am fünften Tage nach der Ausſaat. Das Korn hat ſechs Keimwurzeln hervorgebracht. Das Hälm⸗ chen hat die Spelze etwas

lange, haben noch keine Wurzel⸗ vor ihrer Spitze durch⸗ haare entwickelt. Natürl. Größe. brochen. Natürl. Größe.

nachteilig; man kann ſie inſofern ſogar als vorteilhaft betrachten, als das Hälmchen in der früheſten Jugend, und das iſt immer die gefähr⸗ lichſte Periode, durch die äußere derbe Haut vor allerlei Schädlich⸗ keiten geſchützt iſt.

Entſchiedene Nachteile hat es dagegen, wenn ſich die Spitze des Hälmchens in den Mehlkörper hineinbohrt, was beſonders bei unreif geernteten, ſtark geſchrumpften Körnern einzutreten pflegt, aber auch bei ausgereiften, vollen Körnern zuweilen vorkommt.)

lichen Größe.(Nach J. Sachs.)

¹) Bei einem genau kontrollierten Anbauverſuch, bei dem 800 in ver⸗ ſchiedenen Reifeſtadien geerntete Weizenkörner ausgepflanzt wurden, kam das Hineinwachſen der Spitze des Hälmchens in den Mehlkörper bei 600 Körnern der Gelbreife, Vollreife und Totreife nur zweimal vor, während es bei je 50 nicht nachgereiften Körnern der ſpäteren Milchreife fünfmal, der früheren Milchreife ſogar achtmal eintrat.(A. Nowacki, Unterſuchungen über d. Reifen d. G. S. 85 und 86.)