Druckschrift 
Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1. Die Keimung. 47

der Wurzelſcheide, und von den Wurzeln w, und w,, die aus der Baſis des Hälmchens durch das S Scheidenbl att hervorzubrechen ſtreben, ſind nur die Anſchwellungen zu bemerken.

Die abwärts wachſende Wurzel wi läßt an der Spitze die Wurzel⸗ haube und in einiger Entfernung von ihr die Anfänge der Wurzel⸗ haare in Geſtalt kleiner Zacken erkennen. Fig. 28 bei h.

Das aufwärts ſtrebende Hälmchen, zur Zeit noch allſeitig von dem Scheidenblatt umhüllt, iſt bereits eine kleine Strecke über den Rand des Schildchens hinausgewachſen.

Etwas weiter vorgeſchrittene Stadien der Entwicklung zeigen die Figuren 29 bis 34. Im weſentlichen iſt die Keimung bei allen Getreidearten gleich. Je⸗ doch bietet die äußere Er⸗ ſcheinung inſofern einen Unterſchied, als die Spitze des Hälmchens bei den

nackten Früchten: Weizen, ſ, Roggen, Mais unmittel⸗ 4 bar an dem gefalzten Rand

s0

1 ſſſfß R MG i

4

wh

Fig. 28. Keimling des Weizens(Triticum vulgare) Fig. 29. Normale Keimung des drei Tage nach der Ausſaat. wi Hauptwurzel mit der Weizens, Triticum vulgare,

Wurzelhaube wh und Anfängen der Wurzelhaare h. 5 Tage nach der Ausſaat. An ws geſprengte Wurzelſcheide der Hauptwurzel. wa und den drei Wurzeln ſieht man die wa zwei Seitenwurzeln, noch eingeſchloſſen in ihre Wurzel⸗ Wurzelhaare. Natürliche Größe⸗ ſcheiden. wa und wo Anſchwellungen zweier weiterer Seitenwurzeln. sb Scheidenblatt des Hälmchens,

se Schildchen. p Fruchtſchale. Vergrößerung 7 fach.

des Schildchens durch die geſprengte Schale direkt nach außen gelangt (Fig. 29 bis 31), während bei den geſpeldten Früchten: Spelz, Gerſte, Hafer, Hirſe d das Hälmchen zwar ebenfalls an der bezeichneten Stelle die Fruchtſchale ſprengt, dann aber unter der Spelze fortwächſt, um erſt am oberen Ende hervorzubrechen(Fig. 32 bis 34).

Die Keimſchuppe, die bei der Keimung ſtark anſchwil lt und nach⸗ her uſarmnenh'mupt ſcheint das Hälmchen bei dem Sprengen und Abbiegen der Schale zu unterſtützen. Übrigens iſt dieſes Organ nicht bei allen Getreidearten entwickelt. Weizen und Hafer beſitzen eine Keimſchuppe, bei Roggen und Gerſte fehlt ſie

Es iſt für den Verlauf der Keimung von Wichtigkeit, daß die Spitze des Hälmchens an der bezeichneten Stelle, nämlich an dem Rand des Schildchens, die Fruchtſchal e durchbricht. Um ihr hier das