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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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1. Die Keimung. 45

9 Gramm in der 32. bis 49. Stuude Hälmchen brechen hervor.

12 50. 58. Halme 5 6 cem lang.

15 59. 79. Die meiſten Halme 10 cm lang. 21 80. 126.

0 120. 132.

Die Geſamtmenge der ausgeatmeten Kohlenſäure betrug ſonach bei der keimenden Gerſte in ungefähr 120 Stunden 66 g auf 100 g Trockenſubſtanz. Das entſpricht einer Verbrennung von 18 g Kohlen⸗ ſtoff.(Die nach 120 Stunden etwa noch erzeugte Kohlenſäure entzog ſich der Beſtimmung, weil ſie durch die bereits entwickelten Blätter aufgenommen und zur Ernährung der jungen Pflanzen verwertet wurde.)

Der Sauerſtoff äußert ſeine Wirkung indes nicht allein auf die ſtickſtofffreien, ſondern uuch auf die ſtickſtoffhaltigen Be⸗ ſtändteile des Getreidekorns. Die Kleberſchicht ¹), die den Mehlkörper ringsherum umgiebt, enthält nämlich gewiſſe Fermente(Diaſtaſe), die durch das Zuſammen⸗ wirken von Waſſer, Wärme und Sauerſtoff lebendig oder thätig, vielleicht auch vermehrungsfähig werden. Wie das eigentlich zugeht, iſt noch nicht genauer er⸗ forſcht. Dagegen weiß man, daß dieſe Fermente aus der Kleberſchicht in die Stärkemehlzellen gelangen giget nerbetnge gerſe rncus dem endoſpern und die Überführung des licher geſchichtet, als im ruhenden Samen. Vergrößerung

Stärkemehls in zuckerartige Soofoch.(ach J. Sachs Verbindungen veranlaſſen.

Für die Keimung iſt dies inſofern von großer Bedeutung, als der Teil des Stärkemehls, der nicht zur Atmung, ſondern zur Ernährung des Keimlings dient, durch die chemiſche Umwandlung in eine lösliche und transportfähige Form übergeführt wird.

Die Einwirkung der Keimungs⸗Fermente auf die Stärkemehl⸗ körner hat große Ahnlichkeit mit der Wirkung des Speichel⸗Fermentes. Fig. 25 zeigt einige Stärkekörner aus dem Endoſperm eines keimenden Weizenkorns. Die beginnende Einwirkung des Löſungsmittels macht ſich zunächſt durch deutlicheres Hervortreten der Schichtung oder Strei⸗ fung bemerklich. Dann entſtehen vom Rande aus oder auch im Innern unregelmäßige Aushöhlungen, und ſchließlich zerfällt das Stärkekorn in kleine Brocken, die der Auflöſung entgegengehen. Dies wird durch Fig. 26 veranſchaulicht, die eine Anzahl Stärkekörner aus dem Endo⸗ ſperm eines keimenden Maiskorns darſtellt.

¹) G. Haberlandt, die Kleberſchicht des Gras⸗Endoſperms als Dia⸗ ſtaſe dus wsſch eidendes Drüſengewebe. Bericht der deutſch. bot. Geſellſchaft, 1890. VIII, 2, S. 4048.