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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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1. Die Keimung. 35

Die Kleberſchicht bildet ſo in dem ganzen Umkreis des Endoſperm⸗ körpers gleichſam eine wohlgefügte Mauer um die zarteren Stärke⸗ mehlzellen. In der Kleber⸗ oder Fermentſchicht wird der Inhalt der Zellen von kleinen ſtickſtoffhaltigen Körnern gebildet, zwiſchen denen man bei ſtarker Vergrößerung eine andere, gleichfalls ſtickſtoffhaltige Subſtanz erkennt.

Die Teile, die ſich nach außen hin an die Kleber- oder Ferment⸗ ſchicht anſchließen, in Fig. 20 mit e, i, ch und o bezeichnet, faſſen wir der Kürze wegen unter dem AusdruckSchale oderFrucht⸗ ſchale zuſammen. Wir bemerken dazu nur folgendes. i iſt die braungefärbte Schicht, die der Schicht ch feſt anliegt. o iſt die äußere Schicht, die ſich leicht von dem Korn abziehen und von der Schicht ch trennen läßt. Die Zellwände der Schichten o und ch

Fig. 22. Teil eines Querſchnittes durch ein Gerſtenkorn(Hordeum distichum). m Stärke⸗ mehlzellen, n Kleber⸗ oder Fermentſchicht des Endoſperms. p Fruchtſchale. sp Spelze. Ver⸗ größerung 150 fach.

ſind ſehr ſtark verdickt und verholzt. Außerdem kreuzen ſich die Zell wände der Schichten o, ch und i in verſchiedenen Richtungen. Durch beides wird die Feſtigkeit der Schale weſentlich bedingt.

Die vorſtehende Beſchreibung gilt zunächſt für den Weizen, ſie kann aber Wort für Wort auch auf den Roggen bezogen werden.

Als Beiſpiel für die beſpelzten Früchte wählen wir die Gerſte (Hordeum distichum). In Fig. 22 iſt sp die Spelze, p die Frucht⸗ ſchale. Beide ſind durch Druck ſo feſt aneinandergepreßt, daß ſie wie ein Ganzes erſcheinen. Die Fruchtſchale p der Gerſte iſt viel dünner, als die Schale des Weizens(Fig. 20), aber Spelze und Fruchtſchale zuſammen haben bei der Gerſte dieſelbe, meiſt eine größere Dicke, wie die Fruchtſchale des Weizens für ſich allein. Im allgemeinen kann man ſagen, daß der Schutz der inneren Fruchtteile bei den beſpelzten

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