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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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34 Zweiter Abſchnitt. Die Entwicklung der Getreidepflanze.

mit gezeichnet. Am meiſten abweichend geformt iſt das Schildchen se, das hier nach oben hin viel mehr verlängert iſt, als beim Weizen. Außer der Hauptwurzel w iſt hier auch eine Seitenwurzel wi zu ſehen.

Der Embryo des Roggens und der Gerſte unterſcheidet ſich durch das Fehlen der Keimſchuppe und außerdem durch die Zahl der Würzelchen. Der Roggen hat nämlich 45, die Gerſte 58 Würzelchen am Keimling. Man vergleiche die betreffenden Figuren im beſonderen Teil des dritten Abſchnitts.

Nächſtdem haben wir uns den Mehl- oder Endoſpermkörper

etwas genauer anzuſehen, aus dem der Embryo bei der Keimung die Nahrung bezieht. Wir nehmen auch die Schale mit hinzu, ohne auf ihren komplizierten Bau näher einzugehen.

Fig. 20. Teil eines Querſchnitts durch ein Weizen⸗ Fig. 21. Kleber⸗ oder Fermentſchicht korn(Triticum vulgare). m Stärkemehlzellen. des Weizens Triticum vulgare, von Die Stärkekörner eingebettet in eine ſtickſtoffhaltige oben geſehen. Im Innern der Zellen Grundmaſſe. n Kleberſchicht, o äußere, ch, i und bemerkt man den Zellkern. Vergrößerung e innere Lagen der Schale. i das braungefärbte 200 fach.

Integument. e überreſt(Oberhaut) des Eikerns.

Die Erklärung dieſer Schichten folgt ſpäter. Ver⸗

größerung 200 fach.

Fig. 20 zeigt einen Teil des Querſchnitts durch ein Weizenkorn bei 200 facher Vergrößerung. Bei m ſehen wir das Zellgewebe des Mehlkörpers. Jede Zelle bildet einen allſeitig geſchloſſenen, äußerſt feinhäutigen Sack, der dicht angefüllt iſt mit größeren und kleineren Stärkemehlkörnern. Die ſchneeweißen Stärkemehlkörner ſind einge⸗ bettet in eine ſchwach braungelb gefärbte(in der Zeichnung dunkel gehaltene) ſtickſtoffhaltige Grundmaſſe.(Bei Anwendung von Jod färben ſich die Stärkekörner ſchön blau, die ſtickſtoffhaltige Zwiſchen⸗ ſubſtanz zwiſchen ihnen deutlich gelb.)

Mit den Stärkemehlzellen ſteht nach außen hin in organiſcher Verbindung die Kleber- oder Fermentſchicht n, deren Zellwände(in Fig. 21 von oben geſehen) ſtark verdickt, aber nicht verholzt ſind.