1. Die Keimung. 31
körper und die Schale. Der Keimling iſt die junge Pflanze; der Mehlkörper liefert der jungen Pflanze in der Periode der Keimung die Nahrung; und die Schale, die bei den beſpelzten Früchten(Gerſte, Hafer ꝛc.) durch die Spelzen verſtärkt wird, dient dem Keimling und dem Mehlkörper zum Schutze.
Dieſe Andeutungen werden zur vorläufigen Orientierung genügen. Um einen Einblick in die Keimungsvorgänge zu erlangen, iſt es aber unerläßlich, die Frucht etwas näher zu betrachten. Dies wird am kürzeſten und deutlichſten an der Hand einiger Zeichnungen geſchehen.
Fig. 15 zeigt den 20 fach vergrößerten Querſchnitt durch ein Weizenkorn(Triticum vulgare). Das Korn iſt auf der Rückenſeiter
Fig. 15. Querſchnitt durch ein Weizenkorn(Triticum vulgare). r Rückenſeite, f Bauchſeite mit der Furche f.— m Mehlkörper, n Kleber⸗ oder Fermentſchicht; m und n zuſammen bilden das Endoſperm.— 1 luftführender Hohlraum. Vergrößerung 20 fach.
gewölbt, auf der entgegengeſetzten Bauchſeite mit einer Furche t verſehen. Den weitaus größten Teil des Kornes nimmt der Mehl⸗ körper m ein, deſſen äußere Schicht von der Kleberſchicht n ge⸗ bildet wird. Der Mehlkörper mit der zugehörigen Kleberſchicht heißt auch das Endoſperm. Ringsherum iſt das Endoſperm von der Schale p eingeſchloſſen, die an der Furchenſeite tief ins Innere hinein⸗ geht, indem der Einſchnitt der Furche durch Vergrößerung des Mehl⸗ körpers zugewachſen, gewiſſermaßen überwallt iſt.
Fig. 16 zeigt den 10 fach vergrößerten Längsſchnitt durch ein Weizenkorn. Der Schnitt iſt durch die Furche geführt; er halbiert das Korn der Länge nach genau in der Mitte. m iſt der Mehl⸗ körper mit der Kleberſchicht n; p iſt die Schale. Die Schale bedeckt auch den Keimling k, der ſich an der Rückenſeite der Frucht, und


