12 Erſter Abſchnitt. Einleitende Betrachtungen.
Stielchen ſitzen, vor uns hingelegt, ſo können wir ſie bequem zählen und auf ihre Größe vergleichen. Dabei werden wir(außer den Klappen) im ganzen drei, vier, fünf oder ſechs Teilchen erhalten, von denen die beiden unteren am größten ſind, während die folgenden der Reihe nach kleiner werden.
Jedes dieſer drei, vier, fünf oder ſechs Teilchen heißt ein Blütchen. Das Ahrchen des Weizens iſt demnach aus mehre⸗ ren Blütchen zuſammengeſetzt.(Fig. 12 zeigt ein Ahrchen, das in die einzelnen Teile auseinandergelegt iſt. Die Klappen ſind mit k, die Blütchen mit b bezeichnet.)
Der Name läßt uns ahnen, daß wir im Innern des Blütchens die eigentliche Blüte finden werden.
Fig. 12. Das in Fig. 11 dargeſtellte Ahr⸗ Fig. 13. Ein Blütchen des gemeinen Weizens, chen in ſeine Teile zerlegt. ki und ke ſind Triticum vulgare, unmittelbar vor dem die beiden Klappen, bi, ba, bg, ba, bs und Aufblühen. Die äußere Blütenſpelze iſt ent⸗ b; ſind die ſechs Blütchen des Ahrchens. Die fernt, die innere mit isp bezeichnet. a ſind vier unteren Blütchen bi, ba, ba und ba ſind die Staubbeutel oder Antheren, n die Griffel mit Körnern gefüllt, die beiden oberen Blüt⸗ oder Narben, sch die Schüppchen oder lodi-
chen bz und bo ſind leer(taub). culae. Der Fruchtknoten iſt nicht ſichtbar.
der natürlichen Größe. Vergrößerung 3fach.
Wir zerlegen daher ein gut entwickeltes, kräftiges Blütchen, ſagen wir b., kurze Zeit vor dem Aufblühen mit Hülfe einer Nadel oder der Scherenſpitze vorſichtig in ſeine Teile. Das Ergebnis iſt folgendes:
1. Das Blütchen beſteht aus zwei Blütenſpelzen, von denen die äußere, derbere und kahnförmig geſtaltete Deckſpelze mit ihren Rändern die innere, zartere und flachere Vorſpelze umfaßt.
2. Tief am Grunde zwiſchen den beiden Blütenſpelzen, gut ver⸗ ſteckt und gut gedeckt, ſteht die eigentliche Blüte.
Fig. 13 zeigt ein Blütchen. Die äußere Blütenſpelze iſt fortge⸗ nommen, die innere mit isp bezeichnet.
Die eigentliche Blüte(Fig. 14) beſteht erſtens aus dem Frucht⸗ knoten p, aus deſſen oberem Ende die beiden federförmigen Narbenen hervorragen. Zweitens aus den drei Staubfäden, deren jeder an der Spitze einen Staubbeutel a trägt. Drittens aus den beiden Schüppchen


