Erſter Abſchnitt.
Einleitende Betrachtungen.
Hier iſt die geheimnisvolle Werkſtätte, wo die Kohlenſäure zerlegt wird, indem der von der Sonne kommende Lichtſtrahl ſich in der Zelle fängt und die Elemente der Kohlenſäure aus ihrer Verbindung entfeſſelt. Der freigewordene Sauerſtoff entweicht als überflüſſig durch die Zellwände nach außen in die Luft. Der zurückbleibende Kohlenſtoff dagegen verbindet ſich mit dem in der Zelle vorhandenen Waſſer direkt oder indirekt zu Stärke, Zucker, Fett oder ähnlichen Wtoiſene die von dem Orte lürer Entſtehung in die übrigen Teile der Pflanze(Wurzeln, Früchte ꝛc.) befördert werden, wo ſie teils als Ver⸗ brauchs⸗, teils als Reſervematerial dienen. Es ſteht feſt, daß das Stärkemehl, das wir in reicher Menge in den Früchten der Gräſer angehäuft finden, aus den chlorophyllführenden Zellen, vorzugsweiſe der Blätter, ſtammt. Aus den chlorophyllführenden Zellen ſtammt auch der Kohlenſtoff, der zur Bildung der Proteinſtoffe(Eiweiß, Kleber ꝛc.) gehört; doch wiſſen wir noch nicht ſicher, wie und wo die durch die Wurzel aufge⸗ nommene Stickſtoffnahrung in organiſche Subſtanz umge⸗ wandelt wird, um mit dem Kohlenſtoff oder einer Kohlenſtoff⸗ verbindung zuſammenzutreten und die Proteinſtoffe zu bilden. Wahr⸗ ſcheinlich geſchieht dies in der Wurzel.
Immerhin wiſſen wir ſo viel: 1. daß die Bildung der organiſchen Stoffe mit der Zerlegung der Kohlen⸗ Fig. 8. dn Se Hehaut pneder derz ſäure in den chlorophyllführenden ſen Hee rdeiſrutthan aa vie zwiſchen den Zellen ihren Anfang nimmt, und Blattnerven in parallelen Reihen geordnet 2. daß die Kraft des Lichtſtrahls
ſind. Berorößerung d0 fach. die Kohlenſäure ſpaltet. Deshalb
findet dieſer Prozeß ausſchließlich während der Tagesſtunden ſtatt; er wiederholt ſich während dieſer Zeit fort und fert und er verläuft um ſo lebhafter, je heller die Sonne ſcheint. Das äußere Kennzeichen iſt die Ausſcheidung von Sanerſtoff die man bei paſſenden Vorkehrungen direkt beobachten kann. Der ganze Prozeß läuft im weſentlichen auf eine ſtetige Ver⸗ mehrung der organiſchen Subſtanz hinaus, und da er hauptſächlich in den Blattſpreiten vor ſich geht, ſo erkennen wir den inneren Grund, weshalb eine Wieſe oder ein Saatfeld mit einem gelblichen und ſchmäch⸗ tigen„Blatt“ einen traurigen Anblick gewährt, während ein dunkel⸗ grünes und breites„Blatt“ das Auge erfreut und die Hoffnung auf eine reiche Ernte erweckt. An dem Blatt der Gräſer haben wir nun noch die kleinen, ge⸗
= 8
B= S—


