Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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jedoch weniger zu empfehlen iſt) breitwürfig geſät werden. Man kann in dieſem Falle fürs erſte Jahr Mohn oder Rüben als Zwiſchenfrucht wählen.

§. 826. Die im Frühjahr auf's Feld geſaͤten Karden werden zweimal, die im Sommer verpflanzten(im Herbſt) nur einmal behackt. Im folgenden Jahre kann eine einma⸗ lige Bearbeitung zureichend, aber auch ein zweites Haͤufeln rathſam ſeyn.

§. 827. Ungünſtige Winter können die Pflanzung theil⸗ weiſe oder ſelbſt ganz zerſtoͤren; außerdem ſind die Weber⸗ kardenpflanzungen wenig Unfaͤllen unterworfen. Zuweilen ſtellt ſich der Mehlthau ein.

§. 828. Im zweiten Sommer treiben die Pflanzen Sten⸗ gel, deren ſtachliche Köpfe im Juli und Auguſt nach und nach verblühen. So wie ein Theil der Köpfe abgebluͤht hat, werden ſie mit etwa ½ Fuß langen Stengelenden abgeſchnit⸗ ten, und dieß wird alle 8 oder 10 Tage wiederholt, bis die Erndte beendigt iſt. Es darf dieſe Arbeit jedoch nur bei trocknem Wetter vorgenommen werden. Die abgeſchnittenen Köpfe werden auf luftigen Boͤden mit Sorgfalt getrocknet und dann in Büſcheln von 25 oder 50 Stück zuſammengebunden, wo⸗ bei ſie nach der Groͤße und Güte ſortirt werden. Man kann auch ſogleich bei der Erndte die Buͤſchel binden und zum Trocknen aufhängen. Zur Erziehung von Saamen läßt man einzelne Stauden ganz zur Reife kommen.

Es iſt wichtig, den rechten Zeitpunkt der Erndte zu treffen, da⸗ mit die Karden weder zu ſpröde noch zu ſchwach ſind. Bei zu ſtar⸗ kem Wuchſe knickt man ſie zu Anfang der Blüthe, um ſie geſchmei⸗ diger zu erhalten.

§. 829. Der Ertrag kann 30,000 bis 80,000 Stück p. heſſ. oder pr. Mrg. betragen; der Preiß verhält ſich meiſtens zwiſchen 1 ½ und 3 fl. p. Tauſend. Die Stengel taugen blos zum Brennen.