Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Wenn auch die Handarbeit p. Morgen der vom Tabak(§. 818) ziemlich gleich kommen mag, ſo muß ſich dennoch der Reinertrag hoch berechnen, ſobald man Abfatz dafür haben kann.

III. Das Seifenkraut.

§. 830. Die Wurzel des Seifenkrauts, der Saponaria officinalis, wurde bisher theils zum officinellen Gebrauche, theils zum Gebrauche beim Waſchen von Wollenzeugen, oder auch von Wolle, an manchen Orten, im Ganzen jedoch nur wenig durch Anbau auf dem Felde gewonnen. Da man aber in neueſter Zeit, aufmerkſam gemacht durch Preyß in Peſth, wenn auch nicht beſtimmt die Wurzel der Sapo- naria officinalis, doch einer nahe verwandten Pflanze(nach Mehreren von Lychnis dioica L.) zum Waſchen der Wolle auf den Schafen mit beſonderem Erfolge anwendbar gefun⸗ den hat; ſo duͤrfte, falls ſich die von mehreren Seiten ge⸗ ruͤhmten Vorzüge jener Waͤſche bewähren, der Anbau der ge⸗ dachten Pflanze demnaͤchſt eine bedeutendere Stelle als ſeit⸗ her einnehmen.

§. 831. Das Seifenkraut gedeiht gut auf Mittel⸗ oder auch etwas gebundenerem Boden, welcher gut und tief vor⸗ bereitet ſeyn ſoll. Man kann den im Sommer gewonnenen Saamen im Herbſt ſaͤen, und im anderen Herbſte auf aͤhn⸗ liche Weiſe wie den Krapp(§. 719) erndten, wonach die gereinigte Wurzel getrocknet wird. Die Wurzelſproſſen oder aus Saamen gezogenen Pflanzen der Saponaria laſſen ſich auch im Herbſt oder Frühjahr verpflanzen.