— 313—
haft ausgefuͤhrt, daher die vielen ſchlechten Qualitaͤten des meiſten in Deutſchland erzeugten Tabaks.
5. Ertrag.
§. 819. Nach Verſchiedenheit des Bodens, des Jahr⸗ gangs und der gebauten Sorte verhält ſich der Ertrag mei⸗ ſtens zwiſchen 6 und 10 Cntr. trockener Blätter p. heſſ. oder pr. Morgen(7 ½ bis 12 Cntr. p. w. M.). An Carottengut erhaͤlt man gewöhnlich mehr, als an Pfeifengut; letzteres wird aber auch wieder beſſer bezahlt.
Ein Mittelpreiß für den Tabak iſt 10 bis 12 fl. p. Entr., ein guter 13 bis 15 fl., ein geringer und die Baukoſten oft nicht hin⸗ länglich deckender 6 bis 8fl.— Die Handarbeiten allein ſind im Durchſchnitt auf 24 bis 30 Arbeitstage, oder auf 9 bis 12 Gulden, P. Morgen anzuſchlagen. In einigen Gegenden verakkordirt der größere Landwirth die ſämmtlichen Arbeiten beim Tabak um einen Antheil am Naturalertrage, gewöhnlich um die Hälfte.
§. 820. Bei einer frühen Tabakserndte laͤßt man an manchen Orten an den ſtehen gelaſſenen Stengeln noch ei⸗ nige Geizen zum Treiben kommen, und gewinnt ſo eine ge⸗ ringe und wenig werthvolle Nacherndte. Die Stengel ſind übrigens ein treffliches Material zu Kompoſt; auch liefern ſie beim Verbrennen viele und gute Aſche.
6. Saamenerziehung.
§. 821. Hierzu ſetzt man ameebeſten einige Pflanzen auf Gartenbeete] beſonders und in größerer Entfernuug als zum Blättergewinne aus. Man kann aber auch auf dem Felde ſchoͤne Tabaksſtauden zu dem Behufe ſchießen laſſen. Man bricht von den vielen Blumenknospen die ſpäter emporkommenden ab und laͤßt nur die oberſten, zuerſt gekommenen ſtehen. Die Reife tritt gewöhnlich anfangs October ein, und man kann ſchon von wenigen Stoͤcken eine weitreichende Menge Saat⸗ gut erhalten. Man macht den Saamen erſt im Frühjahr aus den in aufgehangenen Saͤcken bewahrten Saamenkoͤpfen.
Der Saame iſt auch ölhaltig.


