Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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oder Stecken von weichem Holz, auf welche man die mit einem Schlitz in die Rippe verſehenen Blaͤtter aufſchiebt und die dann zum Trocknen auf Latten oder andere Vorrichtun⸗ gen aufgelegt werden. Das beſte Verfahren aber iſt, nach §. 815 die Blaͤtter an dem aufgehängten Stengel zu trock⸗ nen, wodurch ein ſchoͤneres, feineres Product gewonnen, und uͤberdieß an Arbeit und Schnüren bedeutend geſpart wird.

§. 817. Bei großen Pflanzungen hat man eigene Trocken⸗ haͤuſer; fuͤr gewöhnlich bedient man ſich zum Trocknen des Tabaks der Speicher, Stallboͤden, Schuppen ꝛc. Jedenfalls darf es an Luftzug nicht fehlen, ſonſt entſteht Fäulniß oder Moder und der Tabak verliert ſtark am Werthe. Das Auf⸗ haͤngen an den Haͤuſern iſt ein Nothbehelf und nur zurei⸗ chend, wenn die Dächer recht weit uͤberſtehen.

§. 818. Nach Befund der Witterung und der Räume ſind die aufgehängten Blätter zuweilen aufzuſchütteln, etwa anfaulende zu entfernen, auch mehrmals umzuhaͤngen. In Ermangelung hinlaͤnglich luftiger Raͤume und bei anhaltend feuchter Witterung nimmt man auch wohl noch zu einem Nothbehelfe, dem mehrmaligen Räuchern mit Wachholder⸗ beerſtauden und dergleichen, ſeine Zuflucht. Bei guͤnſtiger Witterung werden die Bläͤtter im Spatherbſt noch völlig trocken, bei unguͤnſtiger kann es bis zum Frühjahr dauern. Man erkennt den rechten Zeitpunkt an den völlig ausgetrock⸗ neten Rippen. Die abgenommenen Blaͤtter werden gleich⸗ mäßig auf einander in ſchmale Haufen gelegt, indem je 25 bis 30 Blaͤtter mit ein paar Strohhalmen in Bündelchen gebunden werden. Der ſo ſitzende Tabak geräth allmählig in Fermentation, deren höhere Steigerung man jedoch durch Umſetzen verhuͤten muß. Laͤßt ſolche nach oder tritt Froſt ein, ſo ſetzt man ihn bis zum Verkaufe auf größere Haufen.

Alle dieſe Arbeiten erfordern viele Aufmerkſamkeit und Sach⸗ kenntniß. Sie werden auf verſchiedene Weiſen und oft ſehr mangel⸗