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Theil der Erndte erſt in den October. Das Zeichen der Reife iſt, daß die Blaͤtter dunkle und gelbliche Flecke und ein marmorirtes Ausſehen bekommen, ſchlaff und pergament⸗ artig erſcheinen. Die unterſten Blätter, Erd⸗ oder Sandgut genannt, werden zuerſt gelblich und vorweg ausgebrochen, auch wegen ihrer ſchlechteren Qualitaͤt von der Haupterndte ſpäter abgeſondert gehalten. Das gewoͤhnliche weitere Ver⸗ fahren bei der Haupterndte beſteht in Abbrechen aller guten Blätter, welche mit der unteren Seite nach oben gekehrt in kleinen Schichten mehrere Stunden zum Abwelken liegen blei⸗ ben und dann an einen trockenen Ort unter Dach gebracht werdeu.
§. 815. In Amerika, auch im ſüdlichen Frankreich, werden, nachdem das Erdgut fruͤher abgeblattet worden, die Stauden mehrere Tage vor dem Abnehmen mit einem Hackmeſſer umgehauen, ſo daß ſie ſich halb umlehnen und nun abwelken; nach einigen Tagen werden ſie entweder ſo wie ſie ſind heimgebracht, um die Blaͤtter an den Stengeln zu trocknen, oder es wird nun auch auf dem Felde abge⸗ blattet. Dieſes Verfahren, beſonders mit dem Trocknen der Blätter an den Stengeln, ſoll weſentliche Vorzüge beſitzen.
Es iſt in neuerer Zeit in Baden mit beſtem Erfolg verſucht worden.
§. 816. Bei dem gewoͤhnlichen Verfahren werden die eingebrachten Blätter aufrecht und nicht hoch noch feſt auf⸗ geſchichtet(namentlich nicht in feſtgebundenen Bündeln) einen bis zwei Tage ſtehen gelaſſen, bis ſie noch mehr abgewelkt ſind und anfangen ein wenig zu ſchwitzen. Nun werden ſie, indem man zugleich die groͤßeren, beſſeren von den geringe⸗ ren nochmals ſortirt, an Bindfaden, jedoch ohne ſie zu dicht an einander zu ſchieben, geſchnuͤrt, an denen ſie in luftigen wo moͤglich vor der Sonne geſchützten Raͤumen(ſ.§. 817) zum Trocknen aufgehangen werden. Beſſer als das Aufſchnü⸗ ren auf Bindfaden ſind 5 bis 6 Fuß lange glatte Ruthen


