Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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wohl noch Mitte Juli nach Raps, Wintergerſte ꝛc., doch iſt hierbei nurZauf halben Ertrag zu rechnen.

§. 811. Einige Wochen nach dem Verpflanzen wird der Tabak mit der Hand behackt, was nach Erforderniß wieder⸗ holt wird; dabei wird die Erde etwas beigezogen, oder im leichteren Boden ordentlich behaͤufelt; doch darf dieß letztere nicht bei anhaltend trockener Witterung vorgenommen werden.

§. 812. Sobald der Tabak Blüthenkronen treibt, wer⸗ den ſolche zur Befoͤrderung der Bildung vollkommener Blät⸗ ter abgebrochen; ebenſo werden ſpäter die aus den Blatt⸗ winkeln vortretenden Nachtriebe fort und fort ausgebrochen, was das Geizen genannt wird. Je nachdem der Tabak ſchwä⸗ cheren oder ſtaͤrkeren Trieb hat, laͤßt man jeder Staude we⸗ nigſtens 6 und höchſtens 12 Blätter.

Bei dieſen Arbeiten iſt darauf zu ſehen, daß die Blätter ſo we⸗ nig als möglich beſchädigt werden; auch ſoll man jene nicht unmit⸗ telbar nach Regen oder Thau vornehmen.

§. 813. Das dem Tabak ſchädlich werdende Unkraut iſt allein der Hanfwuͤrger(§. 703). Er ſtellt ſich am häufig⸗ ſten als Folge ſchlechten Fruchtwechſels oder ſchlechter Feld⸗ bearbeitung ein. Vielen Unfaͤllen iſt aber der Tabak in Folge ungünſtiger Witterung unterworfen, als da ſind: Vergel⸗ ben oder Faulen nach zu großer Naͤſſe; Roſt nach plötz⸗ lichem Witterungswechſel; Erfrieren bevor die Erndte eingetreten; ſodann Stürme und Hagel, welche leichter als bei andern Gewaͤchſen hier Schaden anrichten. Auch Raupen finden ſich zuweilen am Tabak ein, eine grüne von Noctua gamma, und eine graue von Noctua meticulosa.

4. Erndte.

§. 814. Wenn die Pflanzung des Tabaks mit Anfang Juni beginnen konnte und die Witterung über Sommer nicht ungünſtig war, ſo kann die Erndte gewöhnlich zu Mitte September ihren Anfang nehmen; häufig faͤllt jedoch ein