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die Pflaͤnzlinge zu erziehen. Die Tabakskutſchen ſind um ei⸗ nige Fuß uͤber dem Boden erhabene Käſten, welche mit Miſtbeeterde angefuͤllt ſind und uͤbrigens ganz als Miſtbeet behandelt werden. Die Miſtbeete ſind Behufs des Schutzes vor der Kälte gewöhnlich mit Rahmen(Decken), mit geol⸗ tem Papier überzogen, verſehen; auch bedient man ſich dazu Bretter oder Strohmatten. Der ſehr kleine feine Tabacks⸗ ſaamen ſoll in der Mitte oder doch in der zweiten Haͤlfte des März geſät werden; in der Folge wird rein und maͤßig feucht gehalten, uͤber Nacht und bei rauhem Wetter wird zugedeckt.
Man braucht zur Erziehung der für einen Morgen nöthigen Pflanzen ungefähr 4 Eßlöffel voll Saamen, welche ½ Morgen Miſtbeetraum bedürfen. Regenwürmer, Schnecken ꝛc muß man durch unter den Miſt⸗ beeten angebrachte angemeſſene Unterlagen abhalten; die Kutſchen ſichern am beſten gegen Ungeziefer.
§. 810. Die gewöhnliche Pflanzzeit iſt im Juni, und zwar je früher um ſo beſſer. Die Setzlinge ſollen bis dahin 6 Blaͤtter getrieben haben. Man ackert etwa 2 Tage vor dem Pflanzen und wenn der Boden alsdann nicht feucht genug iſt, ſo ſoll jede Pflanzſtelle Stunde vor dem Setzen be⸗ goſſen werden. Die Entfernung beim Pflanzen richtet ſich nach Boden und Tabaksart. Gewöhnlich werden die Reihen 2 Fuß von einander entfernt beſtimmt und in den Reihen ſtehen die Pflanzen 1 ½ bis 2 Fuß weit.
Man ſetzt entweder auf vorher gezogene ſchmale Beete, oder nach mit einem Markeur gezogenen Linien; in letzterem Falle iſt es ange⸗ meſſen, je 2 und 2 Linien etwas näher zuſammen zu rücken, um zwi⸗ ſchen je zwei ſolcher Doppelreihen einen etwas breiteren Gang für die ſpäter vorzunehmenden Arbeiten zu haben. Auch beobachte man, im Verbande zu ſetzen.
Iſt das Wetter ſehr heiß, ſo bedeckt man zweckmäßig jede Pflanze für die erſten Tage mit etwas Moos. Nach acht Tagen werden die Fehlſtellen nachgepflanzt. Kann man ſchon Ende Mai anfangen zu pflanzen, ſo iſt dieß um ſo beſſer. In der Pfalz pflanzt man auch


