Teil eines Werkes 
1. Bandes, 2. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

- 308

von Jahren dem Tabacksbau beſtimmen, da er gut nach ſich ſelbſt gedeiht. Nach Tabak gerathen alle dem Boden ange⸗ meſſene Gewaͤchſe ſehr gut.

Die beſſere Qualität des amerikaniſchen Tabaks ſoll theilweiſe darauf beruhen, daß derſelbe dort entweder iu gebranntem Neubruch, oder doch in Land mit vieler alter Kraft(ohne friſche Düngung) ge⸗ baut wird.

3. Cultur des Tabaks.

§. 808. Das zu Tabak beſtimmte Land muß wohl und tief gelockert und von Unkraut gereinigt ſeyn; man hat deß⸗ halb in der Regel theils vor, theils nach Winter 3 bis à Pflugarten zu geben. In unſeren gewoͤhnlichen landwirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſen muß auch in der Regel eine ſtarke Düngung dem Tabak gegeben werden, indem von der Be⸗ ſchaffenheit und Menge des angewendeten Düngers Quanti⸗ tät und Qualität des Ertrags in hohem Grade abhängen. Mehr thieriſcher Dungſtoff, wie menſchliche Excremente, Schaf⸗- und Pferdemiſt, Knochen, Hornſpaͤne ꝛc. wirken auf eine reichliche Erndte, aber auch auf einen ſchweren, ſchar⸗ fen Tabak; Rindviehmiſt und rein vegetabiliſcher Dünger wirken auf gute Qualitaͤt von Rauchtabaken, namentlich wende man ſie vorzugsweiſe auf dem leichteren Boden an. Mehrere mineraliſche Dungmittel, als Kalk, Salzabfaͤlle, wirken ſehr günſtig auf den Tabak, ſo wie Aſche, guter Compoſt ꝛc. Frühzeitiges Aufbringen des Düngers, ſo daß derſelbe durch die nachfolgende Bearbeitung moͤglichſt mit dem Boden vermiſcht wird, iſt um ſo räthlicher, je mehr man unverweſeten oder ſtrohigen Dünger verwendet, zumal auf leichtem Boden.

§. 809. Der Sommer unſeres Climas iſt nicht ausrei⸗ chend, um die Tabakspflanzen ſogleich von Anfang auf freiem Felde erziehen zu können. Wir ſind vielmehr darauf ange⸗ wieſen, den Saamen in Miſtbeeten, oder ſogenannten Kut⸗ ſchen, moͤglichſt frühe zum Keimen zu bringen und daſelbſt