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ruch und Geſchmack iſt. Auſſer dem Gebrauche als Gewürz wird der Saffran auch zum Gelbfärben verbraucht. Er wird namentlich in Oeſtreich häufig gebaut und daſelbſt für ſehr einträglich erachtet.
§. 775. Der Saffran koͤmmt nur in den milden Cli⸗ maten Deutſchlands gut fort, in welchen der Weinbau im Großen mit Vortheil getrieben wird. Der dazu ausgewählte Boden muß⸗ſonnig und geſchützt gelegen, mürbe und kräftig ſeyn. Ueberdieß muß derſelbe beſonders eingefriedigt werden, um die Pflanzung vor den Haſen zu ſchützen, welche der Saffranpflanzung ſonſt ſehr gefährlich ſind.
§. 776. Das mit verrottetem Miſte geduͤngte Feld wird umgeſpatet, und im Auguſt mit Zwiebeln aus aͤlteren Saffranpflanzungen, welche im Juni ausgegraben worden, dergeſtalt beſetzt, daß ſolche vier Zoll voneinander, und 2 Zoll tief zu liegen kommen. In den beiden folgenden Jah⸗ ren wird die Pflanzung uͤber Sommer mehrmalen behackt.
§. 777. Im September des zweiten, und ebenſo des dritten Jahres tritt die Erndte ein, indem man des Mor⸗ gens frühe die völlig aufgeblühten Blumen abbricht, die ge⸗ würzigen Narben herausmacht und ſorgfaͤltig trocknet.
Im vierten Sommer im Juni werden die Zwiebeln ausgehoben
und die geeignet und nöthig erſcheinenden bis zur Wiederpflanzung (§. 776) im Schatten aufbewahrt.
§. 778. Man kann(nach v. Heintl, Schubart u. A.) in den zwei Erndtejahren 10 bis 15 Pf. Saffran p. Morgen erndten.
Der Preiß ſteht öfters zu 15 fl. und mehr pr. Pfund.
IX. Das Süßholz.
§. 779. Das Suͤßholz, Glycyrrhiza glabra, waͤchſt im ſuͤdlichen Europa wild, und wird in einigen Gegenden von Deutſchland, namentlich um Bamberg, im Groͤßeren gebaut. Die holzige, vielen Zuckerſtoff enthaltende Wurzel


